Schüler aus Guxhagen bewirbt sich bei "The Voice"

Guxhagen. Kevin Stroop wartet. Nicht unbedingt sehnsüchtig, aber doch gespannt. Vor knapp zwei Wochen war der 18-Jährige aus Guxhagen bei der Vorausscheidung für die Talent-Show The Voice of Germany in Frankfurt.

Die vier Castingrunden hat er überstanden, und jetzt wartet er, ob er als Kandidat in die Show eingeladen wird oder nicht.

„Ich hatte nie gedacht, dass ich überhaupt soweit komme“, sagt der 18-Jährige, der die 12. Klasse der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen besucht. Hört man Kevin Stroop singen, wundert einen das nicht. Der offene, aber zurückhaltende Schüler hat eine markante, fast rauchige Stimme.

Dass er überhaupt an dem Casting teilgenommen hat, war eher ein Zufall. Kevin Stroop ist nicht der Typ, der von einer Castingshow zur nächsten tingelt. Zwar tritt er immer mal wieder bei Veranstaltungen auf. Er macht aber Musik, weil er Spaß daran hat, und nicht, weil er um jeden Preis berühmt werden will, sagt er. Nach dem Abitur will er Musik und Englisch studieren, um Lehrer zu werden.

„Natürlich wäre es ein Traum, wenn ich von der Musik leben könnte“, sagt Kevin, der vor seinen Auftritten nie Lampenfieber hat. „Wenn ich Musik mache, dann vergesse ich alles um mich herum.“

Beim Casting in Frankfurt war er allerdings aufgeregt. „Meine Arme und Beine haben gekribbelt, als ich da mit den anderen Kandidaten vor der Jury stand“, erinnert er sich.

Angemeldet hat er sich nur, weil ein Kumpel ihm das Anmeldeformular mit dem Hinweis: „Keine Widerrede“ geschickt hat. Mit Freunden ist er nach Frankfurt gefahren. „Als ich gehört habe, wie gut die anderen alle sind, hab ich gedacht: Da hab ich eh keine Chance.“

Falsch gedacht. Musik macht er, seit er neun Jahre alt ist. Damals hat er sich selbst das Klavierspielen beigebracht, weil er einen Freund hatte, der Klavier spielte, das fand er cool.

Also hat er auf Omas altem Klavier angefangen. Heute spielt er Lieder nach Gehör, auch das Gitarrespielen hat er sich selbst beigebracht - nur Schlagzeugunterricht hatte er.

Seine musikalischen Vorbilder sind Ed Sheeran und Bruno Mars, sagt der 18-Jährige. Einen eigenen Song hat auch er schon geschrieben. Das Thema ist ein Ernstes: In Anorexia geht es um ein Mädchen mit Magersucht. Ernste und ruhige Musik sei eher sein Ding.

Gelohnt hat sich der Ausflug nach Frankfurt für den jungen Musiker in jedem Fall, auch wenn er nicht zur Sendung eingeladen wird. Beiläufig erzählt Kevin Stroop, wie ein weiterer Zufall dafür gesorgt hat, dass ihn ein Tonstudio für Probeaufnahmen eingeladen hat.

Mit einem Kumpel war er in Südhessen unterwegs, weil sie noch etwas unternehmen wollten. Viel war nicht los. In einem Vereinsheim feierte eine Mädchenfußballmannschaft ihren Sieg und den Geburtstag des Trainers, erzählt Kevin, der keine Freundin, aber jede Menge weibliche Fans hat, grinsend.

Er hat dort gesungen und Gitarre gespielt, der Trainer hat ein Video von ihm bei Facebook verlinkt und kurz darauf hat sich das Tonstudio bei ihm gemeldet. Zwei Lieder wollen sie mit ihm aufnehmen. Vielleicht schreibt er dafür noch einen eigenen Song.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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