25- bis 35-Jährige versäumen oft, ihre Rente aufzubessern

Junge Leute sorgen zu wenig fürs Alter vor

Schwalm-Eder. Kaum jemand glaubt noch daran, dass die staatliche Rente für einen Lebensabend ohne Not reicht. Dennoch interessieren sich immer weniger Deutsche für die private Altersvorsorge, sagt eine Studie der Bank Union Investments. Gerade junge Leute Menschen zwischen 20 und 35 befassen sich kaum mit ihrer Rente, bestätigt Eva Raabe von der für den Schwalm-Eder-Kreis zuständigen Verbraucherzentrale in Kassel. Dadurch verlieren die jungen Arbeitnehmer wertvolle Jahre, um ihre Rente auszubessern.

Mit Sorge betrachtet Eva Raabe diese Entwicklung. „Mit Ende 30 machen sich die Leute erst Gedanken, da hätten sie schon zehn Jahre privat vorsorgen können“, sagt Eva Raabe. „Sie lassen sich eher, was auch wichtig ist, über Berufsunfähigkeit beraten.“

Bianca Becker von der Deutschen Rentenversicherung in Kassel kommt zwei Tage pro Woche nach Homberg, um Menschen über alternative Vorsorgemöglichkeiten wie Riester- und Betriebsrenten zu informieren. „Wir empfehlen keine Produkte, wir dienen als Wegweiser“, sagt sie. Aber auch sie stellt fest, dass nur wenige junge Arbeitnehmer das Angebot nutzen. Im Schwalm-Eder-Kreis sei es aber nicht dramatischer als in anderen Landkreisen. Dass die jungen Leute den Kopf in den Sand stecken, sagt Eva Raabe, habe fatale Folgen. „Wer nicht zusätzlich vorsorgt, läuft Gefahr, später in die Altersarmut zu schlittern.“

Die Gründe seien vielschichtig. Viele denken: „Rente, da kümmere ich mich später drum, jetzt will ich Spaß haben“, sagt Bianca Becker, anderen fehle schlichtweg das Geld. Das Einstiegsgehalt liege bei vielen Berufen bei 900 bis 1500 Euro netto. Oft gebe es nur Zeitverträge und für viele stehe die Familienplanung an. „Vermutlich sind die jungen Menschen mit dem Angebot überfordert“, sagt Becker. Durch die Finanzkrise seien viele ohnehin verunsichert, in Anlagen zu investieren. Zum Tage, Seite 2 Hintergrund

Von Heike Wagner

Quelle: HNA

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