Ausstellung mit Arbeitsergebnissen von Schülern der Christine-Brückner-Schule in Wolfhagen

Junger Blick auf alte Berufe

Spurensuche: Die noch bis zum 29. Oktober in der Wolfhager Geschäftsstelle der Kasseler Sparkasse zu sehende Fotoausstellung von Schülern der Bad Emstaler Christine-Brückner-Schule über alte Handwerksberufe eröffneten (von links) Benjamim Kleyer, Walter Hohbein, Jochen Kohlhepp, Klaus Fink, Ulf Jung-Kleyer und Christine Labudda. Foto: zih

Wolfhagen. Eine betextete Fotoausstellung über alte, zum Teil bereits ausgestorbene Berufe und die Menschen, die sie einst ausübten, ist noch bis zum 21. Oktober während der Öffnungszeiten in der Wolfhager Geschäftsstelle der Kasseler Sparkasse zu sehen.

Die 20 großformatigen Bilder sind das Ergebnis einer Unterrichtseinheit im Fach Arbeitslehre der Jahrgangsstufe G9 der Bad Emstaler Christine-Brückner-Schule (CBS). Unterstützt wurden die Schüler und ihr Lehrer Ulf Jung-Kleyer vom Bad Emstaler Kultur- und Geschichtsverein.

„Den Jugendlichen“, so Ulf Jung-Kleyer, Projektleiter und Fotograf, „waren die Berufe Stellmacher, Wagner, Zigarrendreher, Sattler, Drechsler, Schaffner, Huf- und Wagenschmied, Töpfer oder Schuhmacher, um nur einige zu nennen, überwiegend kein Begriff mehr. Damit konnten sie nichts mehr anfangen.“

Deshalb begaben sich die Mädchen und Jungen in ihren Heimatorten auf Spurensuche. Mit der Wahl des Ausstellungsmottos „Wir öffnen Türen und Fenster“ wollten die Macher symbolisch der Anspruch der Christine-Brückner-Schule untermauern, den Blickwinkel der Schülerinnen und Schüler für Fremdes, für Neues, aber eben auch für Altes zu erweitern. Entsprechend dem Motto werden die 20 vorgestellten Handwerksleute in der geöffneten Haustür oder am offenen Fenster ihrer einstigen oder noch bestehenden beruflichen Wirkungsstätte präsentiert.

Im Oktober 2009 startete man das Projekt. Die Schüler begannen ihre Nachforschungen zuerst in den eigenen Familien. Ihre Recherchen, ausgeweitet auf den gesamten Ort, ergaben, dass einige Handwerksberufe bereits in der dritten oder vierten Generation in den jeweiligen Familien ausgeübt wurden. Oft fanden sich dann aber keine weiteren Nachfolger.

Als Folge des gesellschaftlichen Wandels, technischer Veränderungen und industrieller Massenproduktion hatten diese Berufe völlig an Bedeutung verloren und bieten deshalb den Menschen im 21. Jahrhundert kaum noch Perspektiven.

Für Nachwelt erhalten

Um aber das überlieferte Wissen und traditionelle Können der „alten Handwerksleute“, die alle persönlich aufgesucht und interviewt wurden, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war es Ulf Jung-Kleyer und seinen Schülern ein dringendes Bedürfnis, die alten Berufe mit dieser Ausstellung der Nachwelt zu erhalten.

20 Lebensgeschichten

Die 20 beruflichen Lebensgeschichten schmücken anonsten die Wände der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal. Wolfhagen als vierwöchigen Ausstellungsstandort habe man deshalb gewählt, so Lehrer Ulf Jung-Kleyer, weil der überwiegende Teil der präsentierten Handwerker in der ehemaligen Kreisstadt Wolfhagen ihre Lehrzeit absolvierten, beziehungsweise hier die Berufsschule besuchten. (zih)

Quelle: HNA

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