Gotteshaus ist seit drei Jahren gesperrt

Wolfershäuser Kirche wird für 160.000 Euro saniert

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Gerüst statt Gottesdienst: Die Wolfershäuser Kirche ist seit Sommer vorigen Jahres eine große Baustelle. Der Hausschwamm hatte erhebliche Schäden angerichtet. Ende September sollen die Arbeiten beendet sein, dann können die Christen wieder einziehen.

Wolfershausen. Altar, Orgel und Taufstein sind mit dicken Plastikplanen verpackt. Auf dem Altar und dem staubigen Fußboden stehen ungezählte Farbeimer. Das Innere der evangelischen Kirche in Wolfershausen ist eine große Baustelle.

Seit drei Jahren müssen die Christen ihre Gottesdienste in der Friedhofskapelle feiern. Im Sommer vorigen Jahres hatten die umfangreichen Bauarbeiten begonnen. Etwa 160.000 Euro werden nach Angaben von Pfarrer Sebastian Voß und Architekt Helmut Spitze investiert.

Ende September werden die Wolfershäuser ihr Gotteshaus wieder nutzen können. Diesen Termin nannte Spitze in einem HNA-Gespräch. Die Vorfreude ist groß. Pfarrer Voß: „Die Menschen sind ungeduldig. Jetzt gehen die Arbeiten relativ gut voran.“ Man sei sehr dankbar, dass man nach langem Warten habe beginnen können.

Christus-Darstellung unter der Decke: Kirchenmalermeisterin Mercedes Kupczyk am Schlussstein im Chor. Foto: Schaake

Hausschwamm-Sanierung – unter diesem Stichwort laufen die umfangreichen Arbeiten. Der „echte Hausschwamm“ hatte Holzpodeste angegriffen. Einige Bänke waren so stark befallen, dass sie nach den Worten des Pfarrers entsorgt werden mussten. Auch die Holzsäulen waren befallen. Da dieser Schädling „in Hessen immer noch meldepflichtig“ ist, wie Voß erläutert, musste das Gotteshaus von Amts wegen geschlossen werden.

Das Team der Restauratorin und Kirchenmalermeisterin Constanze Schröder sowie weitere Handwerker aus der Region bringen das Gotteshaus – ein Juwel in Nordhessens Kirchenlandschaft – nun wieder auf Hochglanz. Auch ein Team der Denkmalpflege Mühlhausen, das unter anderem im Dresdener Schloss tätig war, ist vor Ort. Elektroanschlüsse für die Heizung werden komplett erneuert, die Bänke werden repariert, die Treppe zur Empore erneuert, der Kalkanstrich aufgefrischt, die Sockel neu geputzt. Wände und Decken waren zuvor gereinigt worden. Wertvolle Ausmalungen aus früheren Zeiten blieben unter dem Anstrich unangetastet. Irgendwann war die spätgotische Malerei einmal überstrichen worden. Bevor ein neuer Fußboden aus den alten Sandsteinplatten und neuem Material aus Wartau in der Nähe von Apolda entsteht, wird Glasschotter aufgetragen. Der sorgt für eine bessere Wärmedämmung.

„Die Kirche ist im Rohzustand ein Schmuckstück, und sie bleibt natürlich ein Schmuckstück“, sagt Voß. Dank günstiger Ausschreibungsergebnisse lasse sich das Vorhaben „im Rahmen der Mittel der Landeskirche“ finanzieren, formuliert Architekt Spitze.

Quelle: HNA

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