Tag der Architektur im Kloster Haydau lockt viele Besucher nach Morschen

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Alt und Neu harmonisch vereint: oben links das neue Hotel Kloster Haydau, im Hintergrund und rechts unten das moderne Tagungs- und Seminarzentrum. Es entstand in den ehemaligen Domänengebäuden, die sich vorher in einem desolaten Zustand befanden. Über den Erfolg freuen sich die beteiligten Architekten – von links Michael Kreter, Jan Störmer, Carsten Peters, Regina Riedel und Anke Lubenow.

Das Thema: Beim bundesweiten Tag der Architektur erwies sich das Seminar- und Kulturzentrum Kloster Haydau in Altmorschen als Publikumsmagnet. Mehrere hundert Besucher kamen zu den Führungen durch Klostergarten, Seminarzentrum und das neue Hotel, das für nächsten Sonntag zum Tag der offenen Tür einlädt.

Morschen. „Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.“ Dieser Satz von Bernhard von Clairvaux steht im Foyer des neuen Hotels Kloster Haydau.

Wie im Paradies fühlten sich am Samstag und Sonntag viele hundert Besucher, die aus Anlass des Tages der Architektur das Seminar- und Kulturzentrum Kloster Haydau besichtigten. Allein am Samstag kamen mehr als 200 Besucher, für den Sonntag lagen schon über 100 Anmeldungen vor. Die Zahl der Führungen musste von 14 auf über 20 erweitert werden. Michael Kreter, Carsten Peters und Anke Lubenow vom Kasseler Architektur- und Ingenieurbüro Kreter Peters Lubenow gaben Einblicke in das Tagungsgebäude, das aus Marstall, Kutscherhaus, Klosterscheune und Burggrafenhaus entstanden ist.

Jan Störmer von Störmer Murphy and Partners präsentierte das von ihm geplante Tagungshotel, das für kommenden Sonntag, 7. Juli, von 10.30 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür einlädt. Regina Riedel vom Kasseler Projektbüro Stadtlandschaft erläuterte die Veränderungen im Klostergartens mit klassischen Barock-Elementen.

„Es ist ganz toll geworden“, sagten Besucher. Und: „Man kann stolz sein auf diese wunderschöne Gesamtanlage - ein Juwel für die Region.“

Tag der Architektur in Morschen

37 Millionen Euro habe B. Braun Melsungen in Morschen investiert, und es seien 63 dauerhafte Arbeitsplätze entstanden, sagte Architektin Anke Lubenow. Als man 2006 mit dem Erarbeiten des Gesamtkonzeptes für das Tagungs- und Seminarzentrum begonnen habe, hätten sich die Gebäude in einem desolaten Zustand befunden. Teile seien einsturzgefährdet gewesen, sagte Carsten Peters. 25 Firmen waren beteiligt.

Die Besucher waren voll des Lobes für das, was Bausanierer und Denkmalpfleger in Haydau geleistet haben. Im Klostergarten kann man zurzeit beobachten, mit welch handwerklichem Geschick Natursteinmauern restauriert werden. Mit 30 000 Euro des Fördervereins Kloster Haydau habe die Wiederherstellung des Gartens „ganz klein begonnen“, erläuterte Landschaftsarchitektin Regina Riedel. „Der Förderverein ist ein ganz starker Motor“, betonte sie.

„Der Förderverein ist ein starker Motor.“

Mit dem 120 Meter langen Hotel habe der Architekt den Gebäudekomplex Domänenhof aufgegriffen und dem Klostergarten eine Kante und damit „ganz große Ruhe gegeben“. Mit der Sandsteintreppe habe der Architekt eine Beziehung hergestellt zwischen Garten und Hotel. B. Braun habe auch die ehemalige Gärtnerei neben dem Klostergarten erworben. Dort solle ein Küchen- und Kräutergarten entstehen, der von sozial benachteiligten Jugendlichen betreut werde.

Beim Rundgang erläuterte Regina Riedel, dass im Haydauer Klostergarten einst der Gärtner Johann Adam Würssdorff wirkte, der auch den Bergpark Wilhelmshöhe - heute Weltkulturerbe - pflegte. Im Klostergarten sollen weitere Obstbäume gepflanzt werden. In der unteren Westterasse habe man vom Eingang des Klosters eine wichtige Achse in die Ecke der Klostermauer geschaffen.

Auf dem Hügel am Ende des Weges stehe eine Sommerlinde, die Landgraf Moritz vor 400 Jahren gepflanzt habe: „Ein Baumexperte gibt der Linde noch 50 Jahre.“

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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