Bedienstete setzen auf Gefängnisneubau

JVA-Gewerkschafter fürchten Schließung

Schwalmstadt. Der Gefängnisneubau in Schwalmstadt bringe ein Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro in die Schwalm, schaffe Arbeitsplätze und werde zu zusätzlichen Aufträgen an die heimische Wirtschaft führen. Darauf weist der Schwalmstädter Ortsverband des Bundes der Strafvollzugsbeamten hin. Diese Gewerkschaftgruppe spricht für 170 Schwalmstädter JVA-Mitarbeiter.

Die Befürchtungen einiger Teile der Anlieger müsse man ernst nehmen und sich mit ihnen auseinandersetzen, empfehlen die Gewerkschafter.

Bereits seit den 1930er-Jahren gebe es in Schwalmstadt im Ziegenhainer Schloss Sicherungsverwahrte, heißt es weiter in der Stellungnahme. Die Sicherungsverwahrten seien seit vielen Jahrzehnten in Schwalmstadt untergebracht; der Neubau ändere hier gar nichts. Bisher habe es keine Beeinträchtigung der Sicherheitsinteressen der Bevölkerung durch die Sicherungsverwahrung gegeben.

Durch ihre baulichen Besonderheiten als historisches Gebäude gilt die JVA Schwalmstadt im Betrieb als besonders personal- und damit kostenintensiv. Aus Sicht der Gewerkschafter scheint der Standort ohne eine neue Sicherungsverwahrungsabteilung mittelfristig nicht gesichert. Mit einem Standortverlust sehen die JVA-Bediensteten folgende Konsequenzen:

• Versetzung der Bediensteten an andere Standorte (einhergehend mit Kaufkraftverlust für Schwalmstadts Wirtschaft)

• der Unterhalt des Schlosses, einschließlich des Wallgrabens, wäre nicht gesichert

• fehlende Aufträge für Handel und Handwerk

Für die Mitarbeiter des Justizvollzugs sei der Umgang mit dieser besonderen Klientel zum Berufsalltag geworden. Die dadurch gewonnenen Erfahrungen und das erworbene berufliche Können tragen erheblich zur Sicherheit in der Anstalt und in gleichem Maße zur Erhöhung der Sicherheit für die Bevölkerung bei.

Und ob die Verwahrten eines Tages wieder vor die Tür kommen, habe nichts damit zu tun, in welchem Gebäudeteil der Anstalt sie untergebracht sind, sondern – wenn man die Vorgaben der Gerichte mit einem Neubau und der dort stattfindenden Behandlung beachtet – ausschließlich mit ihrer Kriminalprognose. (syg)

Quelle: HNA

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