Kasseler Neonazi Schlüsselfigur

JVA: Rechte Umtriebe, aber kein Netzwerk

Schwalmstadt. Bis jetzt führt keine Spur nach Schwalmstadt: Häftlinge der JVA Schwalmstadt sollen nicht Teil eines bundesweit in Gefängnissen agierenden rechtsradikalen Netzwerkes sein.

Das bestätigte gegenüber der HNA der Sprecher des Justizministeriums, Dr. Hans Liedel.

Laut Justizministerium sind in den vergangenen Wochen bei Durchsuchungen in hessischen Gefängnissen Postsendungen mit verschlüsselter Kommunikation entdeckt worden. Gefangene, die dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen sind, hätten versucht, Kontakt in Gefängnisse anderer Bundesländer aufzunehmen. Es soll Anzeichen für Vereinsstrukturen geben.

Nach Informationen der HNA wird gegen drei Gefangene ermittelt. Eine der Schlüsselfiguren soll der Kasseler Neonazi Bernd T. sein. Der Gründer des Internetportals „Sturm 18“ sitzt derzeit in Hünfeld ein, unter anderem wegen Bedrohung und Körperverletzung. Bereits 2011 soll er Kontakte zur verbotenen rechtsradikalen Gefangenenorganisation HNG („Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene“) unterhalten haben. In der Zelle des 38-Jährigen soll eine Liste mit den vernetzten Anstalten gefunden worden sein, darunter auch die JVA Kassel I. Nicht erwähnt wird dabei Schwalmstadt. Bernd T. soll im Dezember 2012, kurz nachdem der NSU aufgeflogen war, dem Verfassungsschutz angeboten haben, „Informationen über diverse Netzwerke“ zu beschaffen.

Auch wenn von einem Netzwerk in der JVA Schwalmstadt nicht die Rede ist, rechte Umtriebe werden immer wieder in Tätowierungen oder an Schmierereien in den Zellen sichtbar, heißt es aus dem Umfeld der Haftanstalt. Nach Informationen der HNA sitzt in Schwalmstadt derzeit ein Neonazi ein, der am Aussteigerprogramm Ikarus teilnimmt.

Von Sylke Grede

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Quelle: HNA

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