Programm "Die ewige Pfarrerstochter"

Kabarett in der Kirche: Pfarrer Ingmar Maybach trat in Neukirchen auf

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Tourt mit seinem Kirchenkabarett durch die Lande: Der Pfarrer und Kabarettist Ingmar Maybach trat am Sonntag vor Publikum in Neukirchen auf. 

Neukirchen. Mit seinem Programm "Die ewige Pfarrerstochter" trat Ingmar Maybach am späten Sonntagnachmittag in der Nikolaikirche in Neukirchen auf.

Begleitet von Marschmusik schritt der Kabarettist auf die Bühne und forderte als bundesweite CSU (die Abkürzung stand bei ihm für Christlich Satirische Unterhaltung) mehr Personenkult, um die Kirche fit für die Zukunft zu machen.

Knapp zwei Stunden plauderte der studierte Pfarrer aus dem Nähkästchen der Theologenzunft. Mit einfachen Worten erläuterte der Kabarettist das von Ernst Lange entwickelte Homiletische Dreieck aus Predigttext, Gemeinde und Pfarrer. "Was will mir der Text sagen und welchen Bezug hat er zu meiner Gemeinde, sind die entscheidenden Überlegungen für eine gute Predigt, doch wenn dir bis Sonntagmorgen um vier Uhr immer noch nichts eingefallen ist, dann wird das Homiletische Dreieck zum Bermudadreieck", verdeutlichte Maybach die Seelennöte mancher Theologen. 

Auch die Liedauswahl für den Gottesdienst beinhalte immer wieder Überraschungen: "Da ruft der Organist schon am Dienstag an und will die Lieder für Sonntag wissen – ich frage mich, warum, denn wenn er die Stücke am Dienstag noch nicht spielen kann, kann er es Sonntag auch nicht." Ihm bleibe dann nichts anderes übrig, als schnell einige Liednummern zu nennen, die ihm gerade einfielen.

Für die Gemeindeglieder sei es selbstverständlich, dass der Pfarrer immer und überall präsent sei. "Bin ich mal zwei Wochen nicht in der Frauenhilfe gewesen, heißt es gleich, der Pastor ist nie da", leitete Maybach sein Lied „Aber bitte mit Pastor" ein, dass das Publikum mit einem beherzten "Halleluja, Olé" unterstützte.

Den Übergang zum Politischen schaffte der Kabarettist mit seiner gemeinsamen Vergangenheit als Pfarrerskind mit Angela Merkel. Schon seine Mutter habe immer gesagt: "Pfarrers Kinder, Müllers Vieh geraten selten oder nie", und die berufliche Spannbreite für Pfarrerstöchter liege bekanntlich ja irgendwo zwischen Kanzlerin und Terroristin, so Maybach.

Für ihn sei Angela Merkel die Madonna des Protestantismus, denn egal wohin sie reise, sie habe immer die Mundorgel dabei und versprühe den Charme, der typisch für einen Gemeindehaus-Nachmittag sei. Maybach bat zwei Zuhörer zu sich auf die Bühne und stattete sie mit Engelsflügeln aus, um so das Bild der Madonna aus der Sixtinischen Kapelle zu illustrieren, während er das Lied "Pfarrhaus, da wo das Leben tobt" sang. Das Publikum amüsierte sich prächtig und bedankte sich mit einem herzlichen Schlussapplaus bei Ingmar von Maybach-Mengede, wie der Künstler im richtigen Leben heißt.

Quelle: HNA

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