"Comedy hat Kabarett Rang abgelaufen"

Kabarett: Melsunger Scharfe Barte soll wieder politischer werden

Preisträger 2013: Bei Christoph Tiemann bekam die Politik ihr Fett weg. Archivfoto:  Lache-Elsen/nh

Melsungen. Die Scharfe Barte wird auch im kommenden Jahr verliehen, das bestätigt Karin Braun von der Kultur- und Touristinfo der Stadt Melsungen.

Die drei Hauptsponsoren Kreissparkasse Schwalm-Eder, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die EAM stellten in diesem Jahr 7500 Euro als Preisgeld zur Verfügung. „Wir hoffen natürlich, dass wir auch im kommenden Jahr so eine attraktive Dotierung hinbekommen“, sagte Braun.

1500 Gäste hatten an vier Abenden die Veranstaltungen in der Kulturfabrik besucht - ein sehr gutes Ergebnis. Auffällig war, dass im Jubiläumsjahr mehr musikalische Beiträge und Comedians zu sehen und zu hören waren - klassische Kabarettisten fehlten.

Unter den etwa 40 Bewerbern, die die Jury für die Endrunde sichteten, waren Kabarettisten von Format Mangelware. Es fehle wohl am Nachwuchs, sagt Braun.

Matthias Ningel, der Träger des Nachwuchspreises, hatte zwar eine politische Dimension, aber überzeugte vorwiegend mit seiner musikalischen Darbietung und seinem feinen Witz.

Die Comedy habe dem Kabarett den Rang abgelaufen, sagte die erfahrene Kabarettistin Isolde Posch unlängst gegenüber unserer Zeitung. Es gebe heutzutage mehr Ausdrucksmöglichkeiten als zur Hochzeit des Kabaretts: Poetry Slam, Rap und besonders Comedy seien beim Nachwuchs beliebter, erklärte Posch.

Im vergangenen Jahr stach daher der Sieger Christoph Tiemann aus dem Teilnehmerfeld heraus. Pointiert, bissig und aktuell präsentierte er ein klassisches politisches Kabarettprogramm. Mehrere Bewerber dieser Klasse wünsche man sich natürlich, könne das aber nur bedingt beeinflussen, sagte Karin Braun mit Verweis auf die Ausschreibungsmodalitäten.

Zwei Bewerbungen lägen sogar schon vor. Die Ausschreibung sei indes noch nicht raus. Man werde gezielt darauf hinweisen, dass der Schwerpunkt der Scharfen Barte auf politischem Kabarett liege. 100 Agenturen werden in den kommenden Wochen deutschlandweit angeschrieben, auf der Kulturbörse in Freiburg sei man präsent und auf www.kultnet.de.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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