Kabarettist Wilfried Schmickler am 28. Mai zu Gast beim Wolfhager Kulturzelt

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Der Scharfrichter unter den Kabarettisten: Am 28. Mai kommt Wilfried Schmickler ins Wolfhager Kulturzelt. Foto: privat/nh

Wolfhagen. Er ist der „Scharfrichter unter den deutschen Kabarettisten“, seine satirisch brillante Analyse der bundesdeutschen Wirklichkeit weist ihn als kompromisslosen Moralisten aus.

Als solcher kommt Wilfried Schmickler auch zum Wolfhager Kulturfestival, wo er am Mittwoch, 28. Mai, im Spiegelzelt sein mittlerweile fünftes Soloprogramm „Ich weiß es doch auch nicht“ präsentiert.

Seine Opfer sind immer Täter. Allemal die Großen in Wirtschaft und Politik, Kirche und Medien. Auch die Kleinen, vor allem die Kleinen im Geiste. Schmickler feuert wieder sein gewohnt charakteristisches Feuerwerk punktgenauer Pointen ab, mal rotzig und bitterböse, oft wütend und grimmig, fast immer schreiend komisch. Genau das ist es, wofür ihn nicht nur sein Publikum liebt, sondern auch die Jurymitglieder renommierter Preise. Die haben ihn unter anderem 2008 mit dem Deutschen Kabarettpreis und 2009 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet.

Schmickler, der seit über zehn Jahren zum Stammpersonal der WDR-Mitternachtsspitzen zählt, nimmt sich diesmal einem seiner Lieblingsthemen an: dem Mann. Der leidet am Burn-Over-Syndrom, eine glaubwürdig erscheinende Eigendiagnose angesichts der zahllosen offenen Fragen, die sich dem überforderten Zeitgenossen stellen. „Ich kümmer’ mich drum“, verspricht Wilfried Schmickler. „Aber ich sage Ihnen gleich, ich kann mich nicht um alles kümmern.“ Da ist es, das Dilemma. Es gibt eben zu viele Aufreger. Und Schmickler regt sich auf, wodurch das kabarettistische Schwergewicht erneut den Eindruck erweckt, als habe man einem kompromisslosen, scharf analysierenden, mitunter cholerischen Moralisten vor seinem Auftritt noch eine Adrenalin-Spritze in den Brustkorb gerammt. (zhf)

Quelle: HNA

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