Ritterspiele in Nothfelden begeisterten mutige Mädchen und Jungen

Ritterspiele am Feuerwehrhaus in Nothfelden begeistern Kinder

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Versüßt ihren Urlaub: Familie Haaser aus Österreich mit ihren Drillingen Lukas, Nina und Nadine (8 Jahre) und Tochter Julia (10 Jahre alt) .

Nothfelden. Knappen und Mägde, Burgfrauen und Ritter geleiten die Besucher durch die Ritterspiele, die jedes Jahr auf der Wiese am Dorfrand beim Feuerwehrhaus in Nothfelden stattfinden.

„Seid willkommen“ steht auf dem hölzernen Schild über dem Eingang –rechts ein weiterer Hinweis: „Obacht: Nicht gewandete Besucher zahlen 1 Taler Spektakelsteuer“, gezeichnet: Der Henker.

Inzwischen gibt es dieses Spektakel zum zwölften Mal, sagt Uwe Kreisel. Die Lust am Verkleiden zieht sich durchs Dorf, das Umfeld hat offensichtlich geprägt: Ganz in der Nähe liegt „Burg Rödersen“, im Kleinformat steht sie heute mitten auf der Festwiese. Zudem liegt Nothfelden etwas erhöht und seine Bewohner können auf die umliegenden Orte „von oben“ schauen.

Bei den Knappenspielen sind 63 Kinder in Aktion, sie meistern alle die gleichen Aufgaben, aber in nach Alter gestaffelten Schwierigkeitsgraden: Die Jüngsten sind die Schlosskinder mit vier bis sechs Jahren, in der Mitte liegen die Pagen mit sieben bis neun Jahren und als Älteste machen die Knappen (ab zehn Jahren) mit. Wer schafft es, den Schlüssel und die Steine mit nackten Füßen - ohne hinzuschauen - aus dem Badezuber zu zaubern? Die jüngeren Kinder dürfen hinsehen, die Großen nicht; ganz schön schwierig, aber wer ein richtiger Knappe sein will, meistert seine Aufgaben eben mit Bravour.

Selbst das Stockbrot gelingt den Ritterkindern besser als in der Moderne: Es sieht kross, goldbraun und gar aus und nicht außen schwarz und innen roh. Organisiert wird das Spektakel vom Vorsitzenden-Team der Freiwilligen Feuerwehr Nothfelden: Thorsten Grüning, Evelyn Göllner und Stefanie Kreisel; die Mitglieder der Feuerwehr – der Königlichen Brandbekämpfungstruppe, wie es an diesem Tage heißt – helfen seit einer Woche tatkräftig mit.

Familie Haaser aus Tirol (Österreich) genießt das Fest als Bereicherung des Urlaubs, sie ist zur Zeit auf Verwandtenbesuch bei Familie Degenhardt in Viesebeck. Alle warten gespannt auf das Balkenspiel, das zum Abend hin „auf Leben und Tod“ von Rittern wie „Prinz Hasenherz von Fersengold“ und dem „Rosaroten Ritter“ ausgetragen wird. Ein großer Teich mit einem riesigen Balken darüber steht bereit und erwartet die mutigen Recken. Verlierer ist, wer als Erster im Wasser landet; gekämpft wird mit nassen Kartoffelsäcken um das berühmte „Schwert von Nothfelden“.

In den vergangenen elf Jahren haben es unter anderem „Ritter Hirsch von ab und zu“, „Ritter Lorenz von der kurzen Lanze“ und der „Rosarote Ritter“ errungen, wie man an den Metallschildchen neben dem in der Sonne glitzernden Schwert lesen kann. In diesem Jahr wird das Balkenspiel von den Tempelrittern „Lazarus vom Berge“ und „Lazarus von Kurfürst“ eröffnet, wobei beide gleichzeitig nass sind, aber „Lazarus vom Berge“ als Sieger der ersten Runde auf dem Balken sitzt.

Quelle: HNA

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