Kreisweites Netzwerk sammelt Spenden für das Homberger Frauenhaus

Sie kämpfen gegen Gewalt

Der Vorstand des Frauennetzwerks: hinten von links Gerlinde Bergmann, Christel Bauer, Sabine Stagneth (Vorsitzende), Erika Koch, Maria Weber (2. Vorsitzende), Birgit Hering (Kassiererin), Maria Reitz, vorne von links Michaela Landenbach, Karin Glathe, Marie Plass (Schriftführerin). Es fehlen Doris Schäfer und Reinhild Vogt. Foto: Kasiewicz

Schwalm-Eder. „Wir können an dem Problem Häusliche Gewalt nichts ändern“, sagt Sabine Stagneth. „Aber wir können dafür sorgen, dass das Problem besser wahrgenommen wird.“

Stagneth ist Vorsitzende des Frauennetzwerks Schwalm-Eder, das sich seit 17 Jahren für den Erhalt des Homberger Frauenhauses einsetzt. „Wir bekommen oft zu hören: Ach, bei uns im Landkreis gibt es doch keine Gewalt“, schildert Stagneth. Viele Menschen seien sich der Probleme nicht bewusst.

„Am schönsten wäre es natürlich, wenn das Frauenhaus nicht mehr gebraucht würde“, sagt Stagneth. Doch noch immer ist die Einrichtung in Homberg unverzichtbar: Jedes Jahr geraten Frauen im Schwalm-Eder-Kreis in Notsituationen, aus denen sie sich ohne Hilfe nicht befreien können. „Betroffen sind Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft“, betont Birgit Hering, Kassiererin des Frauennetzwerks.

Zahngold-Sammelaktion

Um diesen Frauen helfen zu können, ist das Frauenhaus auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vom Landkreis erhält die Arbeiterwohlfahrt als Träger des Frauenhauses jährlich einen Zuschuss vom 80 000 Euro, vom Land Hessen gibt es 20 000 Euro.

Auch das Frauennetzwerk leistet einen Beitrag zur Finanzierung des Frauenhauses. So hat der Verein zum Beispiel vor elf Jahren die Zahngold-Sammelaktion ins Leben gerufen: In Zahnarztpraxen werden Sammelbüchsen aufgestellt, in die Patienten ihr altes Zahngold werfen können. Wieviel im vergangenen Jahr damit eingenommen wurde, steht noch nicht fest. Allerdings gehen die Goldspenden zurück, berichtet Birgit Hering: „Goldkronen sind heute nicht mehr so üblich wie früher, in zehn Jahren hat sich das wahrscheinlich ganz erledigt.“

Aber die Zahngold-Aktion ist nicht die einzige Möglichkeit, Geld zu sammeln. „Das Amtsgericht überlässt uns zum Beispiel manchmal die Einnahmen aus Bußgeldzahlungen“, sagt Birgit Hering.

Das Frauennetzwerk bietet zudem Kurse für Frauen und ihre Kinder an: Schwimmen, Reiten, Selbstverteidigung und Kochen mit den Landfrauen. Anlässlich des Weltfrauentags organisiert der Verein am morgigen Samstag einen Ausflug zur Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen unter dem Titel „Auf den Spuren vergessener Frauen“.

Weitere Aktionen sind für den 25. November zum Thema „Keine Gewalt gegen Frauen“ geplant.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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