Käse aus dem Labormobil: Biotechnikum zu Gast an der KHS Fritzlar

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Käse aus dem Labormobil: Biotechnikum zu Gast an der KHS Fritzlar

Fritzlar. Es sieht aus wie ein großes Wohnmobil. Doch was da auf dem Parkplatz der König-Heinrich-Schule (KHS) in Fritzlar stand, ist ein High-Tech-Labor mit modernen Arbeitsplätzen, Informationsterminals und Kino. Der Lkw der Initiative Biotechnikum des Bundesministeriums für Bildung und Forschung machte auf seiner Tour durch Deutschland Station in der Domstadt.

Mit fast 17 Metern Länge bietet das Fahrzeug auf 100 Quadratmetern und zwei Stockwerken Raum für Vorträge, Filme, Ausstellungen und Experimente. Eines der Experimente ist das kleine Käselabor, ein Praktikum für Einsteiger, das den Zusammenhang von Biotechnologie und Lebensmitteln verdeutlicht. Schüler der Jahrgangsstufe 5 der KHS gingen dabei der Frage nach, wie die Löcher in den Käse kommen. Zunächst sahen sie im Truck-Kino einen Film aus der „Sendung mit der Maus“ über die Käseherstellung. Dann probierten die Schüler, bekleidet mit weißen Schutzkitteln an den Laborplätzen, wie man in kleinen Gefäßen aus Milch durch den Zusatz von Lab und Salz Käse herstellt.

Für die Fünftklässler war das Experimentieren im Labor eine neue Erfahrung, unter Käseherstellung hatten sich viele etwas anderes vorgestellt. „Eigentlich wollte ich den Käse mit nach Hause nehmen fürs Brot, aber das ist ja so wenig“, meinte Moesha Maruhn. Das Praktikum kam dennoch gut an. „Es ist schön, dass wir experimentieren dürfen“, sagte Sebastian Boll. Dr. Carsten Obach, Fachbereichsleiter für Naturwissenschaften, hatte den Besuch des Biotechnikums organisiert. Biotechnologie sei ein sehr aktuelles Thema, das man den Schülern näherbringen sollte, sagte er. Dabei gehe es nicht nur um den wissenschaftlichen Inhalt, sondern auch um die ethische Einschätzung der Biotechnologie.

Die Themen, die im Biotechnikum an zwei Tagen angeboten wurden, passten gut zum Unterricht. Oberstufenschüler beschäftigten sich mit dem genetischen Fingerabdruck und verglichen wie im Krimi die DNA aus einem Mund-Abstrich mit anderen Proben. Die Theorie ist das eine, aber es sei etwas ganz anderes, so etwas einmal auszuprobieren, sagt Dr. Martin Brenndörfer, Biologe des Biotechnikums. Die Arbeit mit dem mobilen Labor sei wichtig, weil die Geräte für Schulen meist nicht erschwinglich seien.

Von Bettina Mangold

Hintergrund

Die Initiative „Biotechnikum. Leben erforschen- Zukunft gestalten“ hat das Ziel, den Zusammenhang von Forschung und der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren mit Hilfe der Biotechnologie zu zeigen. Sie richtet sich vor allem an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Außerdem informiert das Biotechnikum über Struktur und Berufe der Biotechnologie in Deutschland. Das Mobil macht auf Anfrage Station an Schulen, Hochschulen, bei Messen und anderen Veranstaltungen. (yma)

www.biotechnikum.eu

Quelle: HNA

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