Zum Kaffeetrinken in die Telefonzelle

Bürgerstiftung spendet 2000 Euro an den Förderverein Familientreff in Emstal (FinE): Anette Umbach mit Sohn Jonte und Mira Keilmann vom Verein freuen sich über die Spende der Bürgerstiftung, die Stiftungsvorsitzender Dr. Gerd Busse am Freitag übergab. Das Geld ist bestimmt für den Aufbau des Telefonzellencafés im Kurpark. Foto: Thon

Bad Emstal. Deutschlands kleinstes Café könnte bald in Bad Emstal stehen.

Ein Café in einer Telefonzelle? Noch ist das Zukunftsmusik. Der Förderverein Familientreff in Emstal (FinE) arbeitet aber eifrig an der Umsetzung der Idee und will das Miniatur-Café am Spiel- und Wanderrastplatz im Kurpark in Sand aufstellen und im Mai kommenden Jahres eröffnen. Bis dahin haben die 30 Mitglieder des Vereins mit ihren Familien noch jede Menge Arbeit vor sich.

Auf der winzigen Fläche von einem Quadratmeter sollen ein Kaffeevollautomat, ein Kühlschrank und eine Spüle untergebracht werden, sagt Anette Umbach, Sprecherin von FinE. Sie geht davon aus, dass das Emstaler Telefonzellencafé das kleinste Café Deutschlands sein wird. Die Idee dazu kam der jungen Mutter beim Arbeiten. Tische und Stühle haben in dem überschaubaren Café keinen Platz. Sie werden um den 300 Kilogramm schweren, ehemaligen Fernsprecher gruppiert, der fest im Boden verankert und mit einem externen Wassertank ausgestattet werden soll. Geplant ist, dass das Café einmal pro Monat öffnet. FinE-Mitglieder wollen frischen Kaffee brühen, Latte Macchiato zubereiten und selbstgebackenen Kuchen an Kunden ausgeben.

Für 120 Euro ersteigert 

Die Telefonzelle hat der Familientreff im Internet für 120 Euro ersteigert und schließlich beim Anbieter aus Diemelstadt abgeholt. Alternativ hätte sich der Verein das gelbe Café-Gehäuse auch auf dem Telefonzellen-Friedhof bei Potsdam aussuchen können. „Dort hätten wir aber deutlich mehr bezahlen müssen“, sagt Anette Umbach. Derzeit recherchiert sie im Internet nach den Originalscheiben aus Sicherheitsglas und den dazugehörigen Dichtungen - die jetzigen Scheiben müssen ausgetauscht werden. Kontakt hat der Verein aufgenommen zu einem Kistenbauer, der ein Angebot für die Café-Einrichtung unterbreiten soll.

3000 Euro plant FinE für sein Projekt ein. Eine Spende über 2000 Euro haben Mira Keilmann und Anette Umbach am Freitag von der Bürgerstiftung Bad Emstal entgegen genommen. Die Stiftung unterstützt mit Spenden und den Zinserträgen aus ihrem Kapital gemeinnützige Projekte der Bürgerschaft.

Schaukel im Frühjahr

In den nächsten Wochen will der Verein die Telefonzelle reinigen und frisch lackieren. Die Gemeinde hat FinE dafür hinterm Rathaus einen Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Das Zwerg-Café soll eine Attraktion am Spiel- und Wanderrastplatz in Sand werden, der nach und nach mit weiteren Spielgeräten bestückt werden soll. Im kommenden Frühjahr wird eine Schaukel aufgestellt.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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