Deutscher Meister zu Gast

Rückepferde sorgen für flurschonendes Holzrücken

Voll konzentriert: Die Kaltblüter Mira (links) und Marie mit ihrem Meister Matthias Rensing bei der Arbeit im Moischeider Interessentenwald. Fotos:  Hebeler

Gilserberg. Die hübsche Blondine Mira ist fleißig und wetterfest und dabei so friedfertig und liebenswert, wie es selten bei Pferden vorkommt. Das echte Deutsche Kaltblut ist dreizehn Jahre alt und hört aufs Wort von Matthias Rensing aus Großalmerode bei Kassel.

Mit ihm zusammen hat sie den Deutschen Meistertitel im zweispännigen Holzrücken eingefahren. Rensing, auch Europameister, war in Gilserberg zu Gast.

Wo keine Holzbergemaschine hinkommt und die großen Maschinen zuviel Flurschaden verursachen, sind die Rückepferde immer noch und wieder gefragt. Viele gibt es nicht mehr davon, und deshalb sind sie eine echte Attraktion.

„Seit acht Jahren ist es das erste Mal, dass wir Rückepferde in unserem Wald haben“, berichtete Revierförster Michael Hickmann.

Begeistert zeigt er sich über die Zusammenarbeit zwischen Pferd und Maschine. Die mächtigen Buche-, Eichen-, und Fichtenstämme werden von den Tieren aus dem Dickicht gezogen, bis zur nächsten Rückegasse. Dort werden sie vom Forwarder, einer Forstmaschine mit Greifarm aufgenommen und zur nächsten großen Wegekreuzung transportiert. Der Waldfachmann ist daran interessiert, dass der Wald möglichst wenig durch die Arbeit beeinträchtigt wird.

Forstunternehmer Willi Neuschäfer bedient sich normalerweise seiner großen Rückezüge, einer Art Schlepper mit Greifarm für die Stämme. Mit den großen Maschinen kann sein Fahrer Mark Walter jedoch nur bei Frost sicher über den Waldboden walzen. Doch mit dem Klimawandel würden die Frosttage im Winter geringer. „Im Gegensatz zu Maschinen, die zeitweise witterungsbedingt ihre Arbeit einstellen müssen, ist es mit Pferden möglich, das ganze Jahr zu rücken“, erklärte er.

Matthias Rensing, dessen Hauptberuf das Pferderücken ist, lässt seine Pferde jeweils nur vier Stunden arbeiten. „Körperlich sind sie dann noch nicht am Ende, aber die Arbeit erfordert von den Tieren eine hohe Konzentration und die ist dann erschöpft.“ Die Pferde arbeiten nämlich auf Zuruf. Mit zurückgedrehten Ohren lauschen sie den Befehlen ihres Meisters. Mit „Hott“ und „Zurück“ lenkt er sie ohne Druck und Peitsche. Matthias Rensing: Die können bei jedem Wetter arbeiten und sie arbeiten gerne“, sagt er und wie zur Bestätigung geht Mira einen Schritt weiter.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare