Interessengemeinschaft gibt nicht auf

Kampf für besseren Lärmschutz an der A49 bei Holzhausen

Edermünde. Es sind dicke Bretter, die die Holzhäuser seit geraumer Zeit bohren: Sie kämpfen für besseren Lärmschutz entlang der A49, die mitten durchs Dorf führt.

Besonders seit einer Fahrbahnerneuerung im Jahr 2010 hat für viele der 1000 Einwohner der Lärm von der Autobahn kaum erträgliche Formen angenommen.

Aber das „kleine Dörfchen am nördlichen Rand Hessen“ wehrt sich: In der Interessengemeinschaft Lärmschutz A49 (IgL) haben sich Betroffene organisiert, die schon viele Hebel in Bewegung gesetzt haben - mit bisher überschaubarem Erfolg.

Denn die Straßen- und Verkehrsbehörde Hessen Mobil, zuständig für die A49, hat sich als wenig kooperativ gezeigt. Forderungen nach einem Tempolimit auf der A49, um den Lärm zu reduzieren, und nach einer Erneuerung des Fahrbahnbelags waren bislang vergeblich.

„Keine Bemühungen“ 

Da soll gezählt werden: Hessen Mobil wird auf Geheiß des Ministeriums in den nächsten Wochen eine 24-Stunden-Verkehrszählung an der A49 durch Holzhausen/Hahn ansetzen. Foto: privat

In einem Brief, den der Edermünder Bürgermeister Thomas Petrich vor einigen Tagen an den Leiter von Hessen Mobil, Burkhard Vieth, geschrieben hat, hält er fest: „Es ist für uns in keiner Weise erkennbar, das seitens Hessen Mobil Bemühungen zur Abstellung des Problems unternommen wurden.“ Petrich zitiert erneut die Äußerung des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir gegenüber dem Bundestagsabgeordneten Dr. Edgar Franke, dass der Einbau einer lärmarmen Deckschicht bedauerlicherweise unterblieben sei.

Hessen Mobil sei seiner Ansicht nach gegenüber den Edermündern in der Pflicht, die Folgen eines Arbeitsfehlers unverzüglich zu beseitigen. „Es kann doch nicht sein, dass eine Behörde schlampig arbeitet und die Menschen in Holzhausen das über Jahre und Jahrzehnte ausbaden müssten“, sagt Petrich.

Schlimmer noch als der ursprüngliche Fehler beim Fahrbahnbelag sei jedoch der Umgang mit den Betroffenen: Fragen würden nicht richtig beantwortet, Informationen nicht geliefert. Verantwortliche Mitarbeiter schreiben dem Bürgermeister gar genervt, „dass für die Belange der Interessengemeinschaft bereits mehr Aufwand investiert wurde, als das vergleichsweise der Fall ist“. Petrich hat bei der IgL angeregt zu prüfen, ob man nicht den Rechtsweg beschreiten sollte, wenn es denn nicht anders gehe.

Von kleinen Fortschritten berichtet unterdes IgL-Sprecher Günther Schumann:

• der Lärmschutzwall an der A 49 wurde im November neu vermessen, um zu prüfen, ob er sich gesenkt hat. Daten darüber gibt es jedoch noch nicht.

• Hessen Mobil hat eine „spezielle Verkehrserhebung“ an der A49 in Holzhausen angekündigt, die spätestens im April stattfinden soll. Die Anweisung dazu kam wohl direkt aus dem Ministerium.

„Wir hoffen, dass es dann endlich belastbare und realistische Zahlen über das Verkehrsaufkommen gibt“, sagt Schumann. Die bisher bekannt gegebenen Zahlen seien extrem unglaubwürdig: Angeblich gehe der Verkehr auf der A 49 zurück.

Zudem wird die IgL auch in Kürze eine eigene Zählung ansetzen.

Quelle: HNA

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