Kampf um Mülltonne endete vor Gericht: Geldstrafe für 47-Jährige

Schwalmstadt. Ein Nachbarschaftsstreit um eine Mülltonne endete vor dem Amtsgericht in Treysa. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung musste sich dort am Donnerstag eine 47-Jährige aus dem Altkreis Ziegenhain vor Gericht verantworten.

Der Frau wurde zur Last gelegt, Anfang Januar diesen Jahres einen Nachbarn verbal attackiert, ihn bedroht, mit verunreinigtem Schnee beworfen und zwischen die Beine getreten zu haben.

Die Angeklagte bestritt die gegen sie erhobenen Vorwürfe und stellte sich vor Gericht als Opfer des Nachbarn dar. Er habe sie gepackt und geschüttelt, als sie die Herausgabe der Mülltonne ihrer Eltern eingefordert habe.

Ganz anders stellte sich die Geschichte aus der Sicht des 67-jährigen Nachbarn dar. Er sagte aus, seine Freundin habe der Angeklagten die Tür geöffnet, als sie bei ihm Sturm klingelte, und ihn dann gerufen, weil die Frau sich nicht habe beruhigen lassen.

„Schwein, schwule Sau, Drecksack“ - das seien noch die geringsten Beleidigungen der Angeklagten gewesen, sagte der 67-Jährige. „Sie hat mich dorthin getreten, wo es am meisten weh tut“, erzählte er. Zudem habe sie ihm gedroht, mit der Mülltonne randaliert, dabei sein Auto zerkratzt und ihn mit Schnee beworfen, der mit Streusplitt durchsetzt gewesen sei. Dadurch habe er eine Augenverletzung davongetragen.

Er habe die Angeklagte nicht angefasst, sie aber des Grundstücks verwiesen. Die zweite Mülltonne auf seinem Grundstück sei die eines gelähmten Nachbarn gewesen, um die er sich kümmere.

„Es war nur ein Schreien und Anpöbeln“, bestätigte die 60-jährige Freundin des Nachbarn die Beschimpfungen der Angeklagten. Den Tritt zwischen die Beine und die Drohungen konnte sie nicht bestätigen. Es habe eine Rangelei um die Mülltonne stattgefunden. Das Bewerfen des Geschädigten mit verunreinigtem Schnee sei kein gezieltes Werfen gewesen, erklärte der Anwalt der Angeklagten.

Der Staatsanwalt sah den Vorwurf der Beleidigung bestätigt, nicht jedoch den der Bedrohung. In der Schneewurfaktion der Angeklagten sah auch er keine beabsichtigte Verletzung.

Ähnlich beurteilte der Richter das Verhalten der 47-Jährigen. Er erteilte einen rechtlichen Hinweis, dass die Verurteilung im Sinne einer fahrlässigen Körperverletzung zu erfolgen haben. Auch wurde das Verfahren auf den Vorwurf der Beleidigung beschränkt. Die Beteiligten verzichteten auf die Vernehmung weiterer Zeugen.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Beleidigung verurteilte das Gericht die 47-Jährige zu einer Geldstrafe von 500 Euro. Zudem muss sie die Kosten des Verfahrens tragen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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