Kampf gegen Demenz: Neues Projekt der Alzheimergesellschaft in Schwalm-Eder

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Dem Vergessen vorbeugen: vorne von links Sandra Lüning, Projektkoordinatorin der Diakonie Hessen, Seniorenbeauftragte der Stadt Melsungen Alina Überdiek, Melanie Diehl-Meyer (Compass Private Pflegeberatung), Sonja Weidel (Leitstelle Älter werden im Schwalm-Eder-Kreis), hinten von links Vorstandsmitglied der MT Melsungen Claus Schiffner, Teamleitung des Compass Private Pflegeberatung Anke Henkel, Landrat Winfried Becker, Staatssekretär und Schirmherr Mark Weinmeister und Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Schwalm-Eder Dr. Jens Zemke.

Melsungen. „Bewegung gegen das Vergessen" - so lauten Motto und Projekt der Alzheimergesellschaft Schwalm-Eder (SEK), des Sportkreis Schwalm-Eder und ihrer Kooperationspartner.

Zusammen bauen sie derzeit ein Netzwerk auf, um ein Präventions- und Therapieprogramm zur körperlichen Aktivierung von Personen im höheren Erwachsenenalter im Landkreis zu etablieren. Dieses stellten sie zum Start in der Stadthalle Melsungen Mitgliedern, Vertretern der Förderer und Interessenten vor.

Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Stimmungsschwankungen und ein vermindertes Urteilsvermögen sind oft erste Anzeichen für eine Demenzerkrankung. Im Schwalm-Eder-Kreis sind zur Zeit etwa 2000 Fälle von Demenz bekannt, die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

„Studien der Harvard School of Public Health haben bewiesen, dass körperlich aktivere Menschen im hohen Alter geistig fitter als trägere waren“, sagte Dr. Jens Zemke, Chefarzt für Altersmedizin der Asklepiosklinik und Vorstandsvorsitzender der Alzheimer Gesellschaft. Schon dreimal 30 Minuten Bewegung in der Woche reichten aus, um das Demenzrisiko zu senken und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Schulung für Sportbegleiter 

Von Mai bis Juli können sich Sportbegleiter von Vereinen und Institutionen in fünf verschiedenen Workshops schulen lassen und sowohl präventives Training anbieten als auch Demenzbetroffene in Sportgruppen fachgerecht integrieren.

„Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern, werden sie ebenfalls zur Weiterschulung ausgebildet“, sagte Claus Schiffner, Vorstandsmitglied der MT Melsungen. So können sie die Erfahrung aus der eigenen Schulung weitergeben, wodurch ein besseres Bewusstsein für den Umgang mit Betroffenen sowie bessere Möglichkeiten zur Prävention geschaffen werden.

Ziel des Projektes sind sowohl die soziale Einbindung, Gesundheitsförderung und die Verbesserung der Lebensqualität als auch die Steigerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit.

„Viele Betroffene äußerten auf Nachfrage den Wunsch nach Mobilität, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit“, sagte Ute Müller-Steck, Referentin der Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen. Das Projekt soll ein erster Schritt sein, um diesem Wunsch nachzukommen.

Ermöglicht wird die Aus- und Weiterbildung durch die Unterstützung des Projektes „Get up Hessen“ der Diakonie Hessen. „Da aus der Veränderung der Arbeitsplätze eine immer größere Einschränkung in der Bewegung resultiert, muss diese anders kompensiert werden“, sagte Staatssekretär Mark Weinmeister, Schirmherr von „Bewegung gegen das Vergessen“. Daher sei es erfreulich, dass solche Projekte ins Leben gerufen und gefördert würden.

Von Natalie Schmidt

Quelle: HNA

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