Mobilis-Gruppe in Melsungen – Sport und Bewegung für adipöse Menschen

Kampf gegen Übergewicht

Sport treiben: Bewegung hilft beim Abnehmen und Wohlfühlen. Im Mobilis-Programm gibt es viele unterschiedliche Bewegungsarten. Foto: dpa

Melsungen. Stark übergewichtige Menschen schaffen es häufig nicht, mit Diäten ihr Gewicht zu reduzieren. „Dieses Ziel kann mit einer Umstellung der Lebens- und somit auch der Essgewohnheiten erreicht werden“, sagt Ina-Karla Reuß, Sportwissenschaftlerin aus Melsungen. Bewusster essen und bewegen seien die Schlüssel zum Erfolg. In Kooperation mit der Universität Freiburg bietet sie das Programm Mobilis an.

Der Start einer neuen Gruppe ist für Juli geplant. Mögliche Teilnehmer können sich in den kommenden Wochen in Infoveranstaltungen informieren. Mobilis richtet sich an adipöse Menschen mit einem Körpermasseindex (auch Body-Mass-Index oder kurz BMI) zwischen 30 und 40. Der Wert ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße und sollte nicht über 25 liegen.

Im Mobilis-Programm werden die Teilnehmer ein Jahr lang von einer Sportwissenschaftlerin, der Therapeutin Brigitte Schiffner und einem Arzt begleitet. Mobilis setze mit viel Bewegung, einem Leitfaden zur gesunden Ernährung, Verhaltenstraining und einer medizinischen Begleitung (60 Einheiten und drei Untersuchungen) auf eine langfristige Lebensstiländerung, sagt Reuß. Sämtliche Gruppen stünden unter zentraler Qualitätskontrolle und wissenschaftlicher Aufsicht. Laut der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ leiden knapp ein Viertel der Bevölkerung an Übergewicht. Zudem ist bereits jedes 7. Kind betroffen.

Auch Günter Schönewald aus Morschen ist übergewichtig. Der 54-Jährige hat mit Mobilis im vergangenen Jahr 14 Kilogramm abgenommen. „Ich habe viele von meinen Lebensgewohnheiten umgestellt“, sagt Schönewald. Das sei auch das entscheidende.

Die Umstellung sei dauerhaft, eine Diät immer zeitlich begrenzt. Es gehöre allerdings auch eine Portion Konsequenz und Disziplin dazu. Der Kontakt zu anderen stark Übergewichtigen Menschen sei sehr gut. Mit einigen treibe er seit Ende des Programms auch weiterhin noch Sport. 40 Einheiten Sport sind während des Programms vorgesehen. „Wir gehen raus, ins Schwimmbad und haben viel Abwechslung, das ist wichtig, um dauerhaft motiviert zu bleiben“, sagt Ina-Karla Reuß.

Als bundesweite nichtkommerzielle Initiative wurde das Programm im Jahr 2002 unter anderem von Professoren und Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln ins Leben gerufen. Das Mobilis-Programm kostet 785 Euro pro Person. Die Krankenkassen erstatten davon 685 Euro. Einige Arbeitgeber übernehmen den Eigenanteil. ARTIKEL RECHTS

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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