Kampf in Heimerads Teich

Hasunger Berg: Arbeitseinsatz gegen das Verlanden

Burghasungen. Er ist fast nicht mehr zu sehen. Verschwunden unter wuchernden Pflanzen, Schilf und Weidenbüschen, ist der kleine Teich auf dem Burghasunger Berg nur noch zu erahnen.

Das wäre in Zeiten des Heiligen Heimerad sicher nicht passiert, der einst im natürlichen Gewässer gebadet haben soll, unweit des Ortes, an dem später im 11. Jahrhundert über seinem Grab das Benediktinerkloster Hasungen errichtet wurde.

Den Bewohnern des Zierenberger Stadtteils ist der Zustand schon lange ein Dorn im Auge, schließlich liegt ihnen ihr Berg am Herzen, und zu dem gehört nun mal auch der Teich. Mit schwerem Arbeitsgerät haben sie sich deshalb am frühen Samstagmorgen aufgemacht, das kleine Schmuckstück wieder freizulegen. Im dichten Nebel stehen sie da, rücken zunächst den Weidebüschen an der Ostseite zu Leibe, um überhaupt bis zum Wasser vordringen zu können. „Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, gebe ich dem Teich noch fünf Jahre, bis er komplett zugewachsen und im schlimmsten Fall sogar austrocknet ist“, sagt Ortsvorsteher Karl Schäfer, der sich mittlerweile bis ins eisige Wasser vorgekämpft hat.

In seiner Kampfhose, wie er die grüne Fischerhose bezeichnet, lässt es sich im kalten Nass aushalten. Außerdem weiß er ja auch, wofür er und seine Mitstreiter die Strapazen auf sich nehmen. „Wir wollen den Teich möglichst schnell wieder in einen ansehnlichen Zustand bringen, dafür müssen wir nun aber auch dran bleiben.“

„Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, gebe ich dem Teich noch fünf Jahre, bis er komplett zugewachsen und im schlimmsten Fall sogar austrocknet ist.“

Während er bis zu den Knien im Schlamm steckt und emsig mit den hartnäckigen Rohrkolben kämpft, wird manch Erinnerung wach. Jeder im Dorf habe als Kind auf dem Berg gespielt, Partys gefeiert und manch spannendes Abenteuer erlebt, ob im Sommer mit dem selbstgebauten Floß, oder im Winter mit dem Schlitten auf dünnem Eis. Er selbst gehe auch heute noch einmal die Woche rauf, um nach dem Rechten zu sehen und Müll aufzusammeln, den Spaziergänger zurückgelassen haben. „Das hält sich glücklicherweise in Grenzen, auch im Teich haben wir kaum Unrat gefunden“, so der engagierte Burghasunger.

Zierenbergs erster Stadtrat Gerd Appel ist ebenfalls dabei, steht in einer Kopfweide und sägt fleißig die Äste zurück, während von der anderen Seite das Rattern der Motorsäge zu ihm rüber dröhnt. Er mache das sehr gerne, sagt er, schließlich sei es ein Arbeitseinsatz für die eigene Heimat und nicht zuletzt auch für den Eco-Pfad Kloster Hasungen.

Der Teich sei ein wichtiger Bestandteil des Wanderweges, der zusammen mit dem Museum Kloster Hasungen die herausragende Bedeutung der Wallfahrtsstätte im Mittelalter vor dem Vergessen bewahren soll.

Von Sascha Hoffmann

Eine Fotostrecke mit Bildern vom Arbeitseinsatz finden Sie hier:

Teich auf dem Burghasunger Berg wird freigelegt

Quelle: HNA

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