Belastung für Schüler

Kampf um Schule - Emotionale Diskussion in Lohne

Großes Interesse: 150 Lohner waren gekommen, um über die Zukunft der Regenbogenschule zu sprechen. Weiteres Thema war die Stromtrasse Südlink. Fotos: Dellit

Lohne. Das Interesse der Lohner an ihrer Grundschule ist groß. 150 Einwohner waren zur Bürgerversammlung in die Mehrzweckhalle gekommen.

Ortsvorsteherin Margot Sauer, die zur Versammlung eingeladen hatte, war positiv überrascht von der Resonanz. Für den Schwalm-Eder-Kreis stellte Gabriele Baar (Schulverwaltung) die Situation dar und beantwortete Fragen. Wichtige Themen im Überblick:

Die Lage

MargotSauer

66 Schüler, vier Klassen, zwei Standorte (Lohne und Züschen), so beschrieb Baar die Lage. Nachdem in der Lohner Schule Schadstoffe unterhalb des Grenzwertes gefunden wurden, zogen die Schüler ins Dorfzentrum um. Boden, Kleber und Estrich wurden entfernt, die Belastung sei geblieben. Eltern organisierten eine Umfrage, in der sich eine klare Mehrheit für nur noch einen Standort aussprach.

Die Kritik

Die Umfrage des Elternbeirates kritisierte eine Lohnerin vehement. Da sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen, und: „Hier wird gehetzt, um Lohne kaputt zu machen.“ Eine andere Bewohnerin erklärte, sie habe an der Umfrage nichts auszusetzen.

Die Messung

Reinhard Löber, früher Umweltschutz-Ingenieur bei der Bundeswehr, sagte, die Schadstoffmessung sei zum falschen Zeitpunkt erfolgt. Er glaube zudem, dass in der Schule in Züschen die selben Gifte gefunden werden könnten. Man dürfe Kinder keiner Gefahr aussetzen, aber eine Zigarette im Raum sei gefährlicher als die gemessene Belastung.

Die Container

Derzeit ist geplant, als Ersatz für die Schulräume vor der Lohner Schule Container aufzustellen. Ein Vorschlag lautete, diese in Züschen aufzustellen und in der Zeit in Lohne zu sanieren, eventuell dort sogar einen Neubau zu errichten. „Der Schwalm-Eder-Kreis ist arm“, sagte Gabriele Baar. Vor allem müsse die Schulgemeinde einig sein.

Das pädagogische Konzept

Es gibt ein Konzept der Schule für eine Zusammenlegung. Aus Sicht der Schulleitung würde das vieles erleichtern, erläuterte Baar, unter anderem Projekte. Man erhoffe sich auch eine gemeinsame Identität, erläuterte Baar.

„Was ist am derzeitigen Konzept falsch?“, fragte dagegen eine Lohnerin kritisch. Erläuterungen zum neuen Konzept bekam sie nicht, da niemand von der Schule eingeladen war.

Der Appell

Baar sagte, die Schule müsse einig sein. Wenn im Streit ein Stadtteil (Züschen, Lohne, Wehren, Haddamar) oder viele Schüler sich entschieden, zur Fritzlarer Grundschule zu gehen, gefährde das die Regenbogenschule.

Der Ortsbeirat

Für Margot Sauer war das Fazit des Abends klar. Der Auftrag an den Ortsbeirat sei, weiter für den Schulstandort Lohne zu kämpfen.

Der Kreistag trifft die Entscheidung

Im Schulentwicklungsplan wird festgelegt, wie es mit den Schulen im Landkreis weitergehen soll. Beschlossen wird er vom Schwalm-Eder-Kreistag.

GabrieleBaar

Der derzeit gültige Schulentwicklungsplan läuft noch bis zum Jahr 2018. Darin sind auch die prognostizierten Zahlen für die Regenbogenschule enthalten, die für die kommenden Jahre leicht rückläufig sind. Für 2018/19 etwa wird mit 58 Schülern kalkuliert, zurzeit sind es 66. Im Plan steht: „Der Standort Fritzlar-Lohne der Regenbogschule wird aufgehoben, wenn an der Schule über einen Zeitraum von fünf Jahren nur noch drei Klassen gebildet werden können.“ Mindest-Schülerzahl für eine Klasse seien 13 Kinder, sagte Baar.

Wenn die Schule einig sei, dass man die Standorte zusammenlegen wolle, so Baar, dann sei das möglich. Der Schulentwicklungsplan müsste dann geändert werden. Die Fritzlarer Stadtverordnetenversammlung würde befragte, der Kreistag müsste eine mögliche Änderung beschließen.

Ein Vorschlag in Sachen Container wurde in Lohne von Einwohnern präsentiert. Man könne in Eigenleistung zwei Räume im Obergeschoss des Dorfzentrums als Behelfs-Klassenräume ausbauen. Dann brauche man keine Container für die Schüler.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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