Informationsmöglichkeit

Wahlplakate: Kampf am Straßenrand

Melsungen. „Ich habe die Plakate schon gesehen“, sagt eine Frau, die gerade am Rathaus vorbeikommt. Sie findet die Bilder schön. Aber als Informationsquelle würde sie sie nicht bezeichnen.

„Also wirkliche Informationen über das Programm der Kandidaten hole ich mir aus der Tageszeitung“, sagt sie. Die Plakate seien aber gut, weil man ein Bild von den Kandidaten bekomme.

Aber was ist das für ein Bild, das da gezeichnet wird? Wir haben uns die Plakate unter den Aspekten Person, Inhalt und Partei einmal genauer angeschaut.

Das Bild der Kandidaten ist ein freundliches. Beide lächeln in die Kamera, Hund ein wenig mehr als Boucsein. Beide sind seriös, aber schick gekleidet. Boucsein trägt keine Krawatte, Hund ein buntes Tuch. Macht durchaus einen sympathischen Eindruck und spricht jede Altersklasse an. Bei Hund wird über den abgedruckten Text die Wirkung des Bildes noch verstärkt: „Attraktive Zukunft“, scheint nicht nur auf die Inhalte ihres Programms anzuspielen.

Partei spielt keine Rolle

Erstaunlich ist, dass die Partei keine Rolle zu spielen scheint. Bei Boucsein ist das nur logisch, denn er tritt für keine Partei an. Hund hingegen ist SPD-Kandidatin, doch nach einem Hinweis sucht man auf dem Plakat vergebens. Boucseins Slogan „Parteilos kann mehr“ wird so ein wenig der Wind aus den Segeln genommen.

Beide Kandidaten stellen sich als unabhängige Vertreter der Wähler dar. Bei Hund könnte der Verzicht auf die Parteinennung allerdings auch einen anderen Grund haben. Sie wird schließlich auch von der FDP unterstützt. Vielleicht fehlt deshalb das Logo der Sozialdemokraten. Die Gestaltung des Plakats lässt allerdings keinen Zweifel zu: Die weiße Schrift auf rotem Grund spricht für sich. Was die Informationen über das Programm der Kandidaten angeht, so geben die Plakate nur bedingt Auskunft. Boucsein hat vier verschieden gestaltete Entwürfe ins Rennen geschickt, jeder ist mit einem anderen Slogan versehen. Die Schlagworte Alt und Jung, Besser sein und Nachhaltig verweisen zwar auf sein Programm, liefern aber wenig Informationen.

Ulrike Hund ist mit einem Motiv vertreten. „Weiter für eine Attraktive Zukunft“, lautet ihr Slogan. Er legt nahe, dass Hund die Arbeit ihres Amtsvorgängers Dieter Runzheimer fortführen wird. Auch hier finden sich aber keine Informationen zum Inhalt.

Die Plakate beider Kandidaten werfen in Bezug auf die politischen Inhalte eher Fragen auf und können so lediglich dazu anregen, sich über andere Quellen weitere Informationen zu holen.

Von Moritz Schäfer

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare