Unterschriftenaktion soll Behörden überzeugen –

Kampf für Tempo 30: Angst vor Rennstrecke in Reddingshausen

Reddingshausen. Es könnte alles so idyllisch sein in Reddingshausen. Fachwerkhäuser, die Efze, die durch den Ort fließt, spielende Kinder und Nachbarn, die sich über den Gartenzaun hinweg unterhalten. Doch der Schein trügt: Mitten durch das 77-Seelen-Dorf führt die Landesstraße 3153.

Damit haben sich die Reddingshäuser längst abgefunden, doch sollen jetzt die Tempo-30-Schilder im Ort entfernt werden. Und genau das bereitet den Einwohnern große Sorgen. „Die Straße teilt den Ort schon jetzt. Viele Eltern haben ihren Kindern verboten, alleine über die Straße und somit auf die andere Seite des Dorfes zu gehen, weil es viel zu gefährlich ist. An Tempo 30 hält sich niemand“, sagt Walter Reinhardt. Er ist von Knüllwalds Bürgermeister Jörg Müller darüber informiert worden, dass bei einer Verkehrsschau die Entscheidung gefallen sei, dass bald Tempo 50 in der gesamten Ortsdurchfahrt gelten soll.

Dagegen wollen die Reddingshäuser kämpfen. Sie befürchten, dass ihr Ort dann zu einem Unfallschwerpunkt werden könnte. Unterschriften haben sie bereits gesammelt. „Über 90 Prozent sind für die Beibehaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich der Buswartehalle an der Hersfelderstraße“, sagt Monika Stallschus. „Wir sind doch schon durch die Lage des Ortes bestraft. Die Autobahn A7 verläuft unmittelbar neben unserem Dorf. Ist dort Stau, fahren die meisten Fahrzeuge durch Reddingshausen“, fügt Reinhardt an.

„Wir sind hier verdammt.“

Zudem führe der Bundeswehrstandort Schwarzenborn zu einem erheblich verstärkten Verkehrsaufkommen. „Zu den Spitzenzeiten morgens und nachmittags haben es bereits Erwachsene schwer, zu Fuß im Bereich des Heideweges über die Straße zu kommen.“ Wer da über die breite Straße wolle, müsse zunächst zu einem Drittel auf dieser stehen, um sehen zu können, ob ein Auto aus Richtung Remsfeld komme.

Für Kinder und Senioren sei das unzumutbar und gefährlich, sagt Stallschus. 50 Prozent der Einwohner von Reddingshausen seien über 50 Jahre – Tendenz steigend. „Es kann doch nicht sein, dass sich die Situation hier noch weiter verschärft, nur weil Landespolitiker den Schilderwald ausdünnen wollen“, sagt Reinhardt.

Die zwei runden Schilder mit der roten 30 drauf wollen die Reddingshäuser jedenfalls behalten. Mehr als das: „Wir fordern einen Zebrastreifen oder zumindest die Ausdehnung der Tempo-30-Zone auf den gesamten Teil der Landesstraße in Reddingshausen“, sagt Reinhardt. An den ständigen Verkehrslärm habe man sich gewöhnt – an Raser im Dorf will man sich nicht gewöhnen.

Quelle: HNA

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