Schwertransport bringt Tiger nach Leipzig

Kampfhubschrauber aus Fritzlar starten in den Mali-Einsatz

Fritzlar. Abflug für den Tiger:  Zwei Kampfhubschrauber wurden am Donnerstag von Fritzlar aus in den Mali-Einsatz geschickt.  

Der Tiger hängt am Haken. Der vier Tonnen schwere Hubschrauber der Bundeswehr schwebte am Donnerstagmorgen durch eine Halle der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne. Zentimeter für Zentimeter wurde er zu Boden gelassen.

Die Mechaniker schauten genau hin und setzten den Hubschrauber auf einem Tieflader ab. Hier muss alles passen und sitzen. Gut gesichert und in Begleitung von Polizei und Feldjäger wurden zwei Kampfhubschrauber in der Nacht zu Freitag als Schwertransport auf die Reise geschickt. Sie starten in den Mali-Einsatz. Zusammen mit Piloten und Technikern werden sie von Leipzig aus in das westafrikanische Land verlegt. Die Soldaten schließen bei der UN-Mission eine Lücke, die durch den Abzug niederländischer Helikopter entsteht.

Zentimeterarbeit: Stück für Stück wird der Hubschrauber der Bundeswehr auf den Tieflader hinuntergelassen. Mechaniker passen auf, damit alles an der richtigen Stelle sitzt. Fotos: Zerhau

In der Fritzlarer Halle werden die Tiger in einer abgespeckten Variante verladen. Eigentlich ist der Hubschrauber gut zwei Tonnen schwerer. Doch für den Transport wurden die Rotorblätter, das Mastvisier sowie ungezählte Kleinteile im Inneren abgebaut und das Fahrwerk abgesenkt. Mit dem Umbau bereiten sich die Techniker auch auf die besonderen klimatischen Bedingungen in Afrika vor. 

Es ist dort sehr heiß, feucht und sandig, wie der stellvertretende Regimentskommandeur Thomas Blum erklärt. Aus diesem Grund haben die Tiger wie schon bei ihrem Einsatz in Afghanistan Sandfilter für den Schutz der Triebwerke erhalten

Alles wird festgezurrt: Der Kampfhubschrauber wird mit Gurten für den Transport gesichert.

Es gibt ein Kampfhubschrauber-Regiment, aber derzeit zwei Aufgaben. Zum einen die Vorbereitung auf Mali, zum anderen muss der Flugbetrieb aufrecht erhalten werden. Insgesamt fünf Tiger wurden fit für Mali gemacht. Zwei werden jetzt verlegt, zwei weitere sollen in der nächsten Zeit folgen. Einer war zur Reserve – falls es in der Vorbereitung mal gehakt hätte. Die Techniker haben Störungen behoben und kommende Inspektionen vorgezogen. So sollen die Soldaten im Einsatzland entlastet werden.

Kampfhubschrauber aus Fritzlar starten in Mali-Einsatz

In drei Tagen startklar

Der Rückbau des Tigers hat etwa eine Woche gedauert. Alles wurde sorgfältig in Kisten verpackt. Zwei Lastwagen mit der Ladung wurden bereits nach Leipzig geschickt. Das ganze Material, die Hubschrauber sowie das technische und fliegende Personal werden spätestens am Wochenende mit einer Antonow 124 nach Afrika geflogen. In Mali soll alles schnell gehen. Die Bundeswehr geht davon aus, dass beide Tiger nach drei Tagen einsatzfähig sind.

Quelle: HNA

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