Kampfmittelbeseitigung am Wallgraben

Kampfmittelbeseitigung am Wallgraben: Arbeiten werden 2013 nicht mehr beginnen

Gefährliche Funde: Thomas Borchert vom Kampfmittelräumdienst mit einer Panzerfaust, die im Wallgraben gefunden wurde. Gesprengt wurde 2009 auch eine Panzermine, die in Ufernähe 20 Zentimeter unter der Wasseroberfläche lag (Bild links und Mitte). Das historische Foto zeigt einen Bombenabwurf im Zweiten Weltkrieg über Ziegenhain, der vermutlich dem Flugplatz Rörshain galt. Fotos: Archiv/privat/nh

Schwalmstadt. Zwar ist aus Sicht des Justizministeriums das nächste Kapitel in Sachen Wallgraben-Sanierung aufgeschlagen. Das allerdings nur in Sachen Planung. Bemerkbar wird das in Ziegenhain auf absehbare Zeit nicht. Fakt ist, auch in diesem Jahr wird mit der Beseitigung der gefährlichen Munition nicht mehr begonnen.

Noch immer sind in Wiesbaden die Planer am Werk, auch scheint die Finanzierung weiterhin unklar. Um die Kosten streiten sich weiterhin Land und Bund, erklärte Dr. Hans Liedel, Pressesprecher des Justizministeriums. Mit diesem Ministerium ist das Land nicht nur größter Anlieger des Wallgrabens, sondern auch Eigentümer. Von detaillierten Planungen ist aus dem Justizministerium nichts zu hören.

Klar ist allerdings, dass sich die Kosten auf weit mehr als 10 Millionen Euro belaufen werden. Ursprünglich waren die Planer von 6 Millionen Euro ausgegangen. Ein Kostenfaktor, der zunächst nicht bedacht worden war, ist der Schlamm im Wallgraben - laut Liedel „ein gigantisches Problem“: So lange er unter Wasser ist, ist er harmlos. Wenn er allerdings mit Sauerstoff reagiert, wird er zu Sondermüll und muss aufwändig entsorgt werden.

Nach Informationen der HNA soll es sich dabei um 70.000 Kubikmeter Sondermüll handeln, das entspricht ungefähr 7000 LKW-Ladungen. In Wiesbaden wird weiterhin um die Zuständigkeit gestritten. Justiz- oder Finanzministerium? Sein Ministerium möchte den Wallgraben gerne loswerden, er habe mit Justiz und Strafvollzug schließlich nichts zu tun, erklärte Liedel.

Laut Justizministerium wird in den nächsten Wochen die sogenannte „Entscheidungsunterlage Bau“ erwartet. Sie ist Grundlage des gesamten Prozesses, anhand ihrer entscheiden das Justizministerium und das Finanzministerium. Diese Unterlage muss genehmigt werden, dann wird mit der Auschreibung begonnen. Das kann noch bis zu acht Monaten dauern. Detaillierte Planungen werden nicht genannt.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die Räumung der Altlasten abschnittsweise vonstatten gehen soll. Nach Spundungen sollten die Gräben teilweise trockengelegt werden, anschließend können Munition und Schlamm beseitigt werden.

Von Sylke Grede

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Quelle: HNA

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