Kanadische Austauschschülerin für drei Monate an Wilhelm-Filchner-Schule zu Gast

Im Notfall hilft das Wörterbuch: die beiden Austauschpartnerinnern Bailey Sparkes (l.) und Julia Krämer umringt von (v.l.) Englischlehrer Gunter Freiling, Betty Yanitski (kanadische Betreuungslehrerin), Schulleiterin Rita Schmidt-Schales und Lehrer Matthias Stolle.

Wolfhagen . Seit zwei Semestern, also einem Schuljahr, lernt Bailey Sparkes Deutsch. Der Belastungstest für ihre Sprachkenntnisse hat am Wochenende begonnen. Am Samstag kam die 16-jährige Kanadierin in Deutschland an, seit Montag besucht sie im Rahmen eines Austauschs zwischen dem Land Hessen und der Provinz Alberta die Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen.

Obwohl Wolfhagen erheblich kleiner ist als ihre Heimatstadt Edmonton im Westen Kanadas, gefällt ihr Zuhause auf Zeit Bailey sehr gut. Man merke, dass die Stadt viel älter sei als Edmonton und gerade diesen Unterschied möge sie. Untergebracht ist Bailey bei der Familie von Julia Krämer. Die 16-Jährige hatte im vergangenen Jahr den ersten Teil des Austauschs absolviert und drei Monate im Haus der Familie Sparks verbracht. Die beiden Mädchen hatten sich schon während Julias Besuch gut verstanden und sich auf ihr Wiedersehen gefreut. Sie teilen auch ihr großes Hobby: Fußball spielen.

In der Wilhelm-Filchner-Schule werde sich Baileys Stundenplan zunächst an dem von Julia sowie ihren eigenen Interessen orientieren, sagt Englischlehrer Gunter Freiling. Außerdem will das Wolfhager Kollegium der jungen Kanadierin Möglichkeiten bieten, ihre Sprachkenntnisse weiter auszubauen.

Warum sie sich dazu entschieden habe, Deutsch zu lernen - dieses Fach ist in Kanada optional und nicht Pflicht - erklärt Bailey noch auf Englisch: Sie wolle nach der Schule viel reisen und halte es für sehr nützlich, möglichst viele Sprachen zu sprechen. Schon jetzt ist die 16-Jährige sehr zuversichtlich, den Alltag auch auf deutsch in den Griff zu bekommen. Das Lernen sei einfach viel einfacher und interessanter, wenn man mit anderen Menschen spreche und nicht nur in einem Klassenraum sitze. Für den Notfall hat sie in ihrer Tasche auch immer ein kleines deutsches Wörterbuch.

Julia möchte ihrer Freundin in den nächsten drei Monaten möglichst viel von Deutschland zeigen. Große Städte wollen sie besuchen, Frankfurt ist zum Beispiel ein anvisiertes Ziel. Die Alpen und München soll Bailey im Laufe eines Urlaubs ebenfalls kennenlernen - „und ein Fußballspiel wollen wir uns zusammen ansehen“. Zeit für Heimweh bleibt Bailey jedenfalls nicht viel. Davor hat sie sowieso wenig Angst. Drei Monate ohne Freunde und Familie in Kanada könne sie auf alle Fälle überstehen, glaubt die 16-Jährige. Nur eine Sache in Edmonton vermisst sie schon jetzt: ihren Hund „Baby“.

Von Rike Schockenhoff

Quelle: HNA

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