Kinder mögen die lustigen Gesellen, die Tiere sollten aber nicht allein gehalten werden

Kaninchen zum Liebhaben

Hallo, ich bin Braunchen: Nur einige Zwergkaninchen des Ehepaars Fischer-Nagel haben Namen. Putzige Gesellen sind sie alle und bei richtiger Haltung können sie durchaus acht Jahre Lebensgefährten eines Kindes sein. FotosMüller-Neumann

Metzebach. „Mama, krieg ich so eins?“ Eine Frage, die viele Eltern zu hören bekommen, wenn sie mit ihrem Kind in der Zoo-Abteilung stehen und die niedlichen Zwergkaninchen begutachten.

So ein „Osterhäschen“ macht doch sicher nicht viel Arbeit, muss nicht Gassi gehen und hat eine handliche Größe. Manches stimmt, manches nicht.

In Sachen Zwergkaninchen kennen sich Heiderose und Andreas Fischer Nagel bestens aus. Die beiden Biologen und Tierbuchautoren haben selbst Zwergkaninchen. Und die leben in einem kleinen Paradies: in regengeschützten zwei-etagigen Ställen und haben gruppenweise Auslauf auf einer kleinen gesicherten Wiese.

So ideale Voraussetzungen kann aber nicht jeder bieten, doch auf einiges gilt es zu achten:

Kaninchen sind gesellige Tiere und sollten mindestens zu zweit gehalten werden. Am besten vertragen sich Gechwister und Tiere, die sich schon aneinander gewöhnt haben. Ein Meerschweinchen ist kein Partner, zumal die gerne auskeilenden Kaninchen schon so manches Meerschweinchen dadurch schwer verletzt, gar getötet haben.

Sie lieben Tiere: Heiderose und Andreas Fischer-Nagel mit zwei ihrer Zwergkaninchen.

Das bedeutet aber auch: Häsin und Bock gehören nicht zusammen. Die Tiere sind mit zwölf Wochen geschlechtsreif, der Kaninchen-Bick kann aber erst mit einem Jahr kastriert werden (Kosten: um die 50 Euro). Ein Weibchen, Häsin genannt, könnte schon beim Kauf trächtig sein.

Die Unterscheidung der Geschlechter bei Jungtieren ist überaus schwierig und gelingt selbst Tierärzten nicht immer.

Auf der anderen Seite, sagt Heiderose Fischer-Nagel, ist es für Kinder schön, zu sehen, wie die Kleinen heranwachsen. Gerade beim ersten Wurf sollte man aber Mutter und Junge in Ruhe lassen. Die gefahr, dass die gestresste Mutter die Kinder tötet, ist groß. Und: Man sollte schon vorher wissen, dass man für den Nachwuchs Abnehmer hat. Die Tiere einfach auszusetzen, ist keine Lösung: Die Überlebenschance ist gering.

Freigehege fürs Wohlbefinden: Immer eine Gruppe, die sich gut kennt, kommt gemeinsam ins Grüne. Dort locken Gras, Obst und Gemüse.

Ein Auslauf im Freien, der eingezäunt sein muss und so gesichert, dass sich die Kaninchen nicht unten drunter durchbuddeln können, ist optimal. Ist das nicht möglich, sollten die bewegungsfreudigen Tiere in der Wohnung herumhoppeln dürfen. „Aber bitte unter Aufsicht“, sagt Andreas Fischer-Nagel. „Kaninchen sind neugierig und knabbern auch Stromkabel an.“ Auch das Gehege sollte größer sein als das, was üblicherweise im Handel angeboten wird. Eine gute Möglichkeit ist, mit Etagen in die Höhe zu gehen.

Die Tiere werden schnell handzahm, wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt.

Zwergkaninchen - zu erkennen an sehr kleinen Ohren - sind durchaus ein Gefährte für Kinder. Sie werden etwa acht Jahre alt. Die Verantwortung tragen aber die Eltern: Sie müssen jemanden organisieren, wenn es in den Urlaub geht, und die tragen die Kosten für Futter und Tierarzt. Denn: Denn auch die putzigen Gesellen sollten geimpft werden und können einmal krank werden. (bmn)

Quelle: HNA

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