Finanzamts-Serie: Wir blicken hinter die Kulissen – Der Weg der Steuererklärung

Finanzamt-Serie: Der Weg der Steuererklärung

Arbeitplatz für 125 Mitarbeiter: Im Finanzamt Schwalm-Eder in Fritzlar gehen die Steuererklärungen ein und werden von den Mitarbeitern geprüft. Fotos: Schorn 

Schwalm-Eder. Regen Kundenkontakt haben Alexandra Alsfeld und ihre zwei Kolleginnen bei der Finanzinformationsstelle des Finanzamtes Schwalm-Eder in Fritzlar. 60 bis 70 Leute schauen täglich vorbei, um ihre Steuererklärungen abzugeben und gegebenenfalls auch durchzusprechen.

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"Der Rekord liegt bei 138 Leute an einem Tag“, erinnert sich die 39-Jährige aus Felsberg. Wegen des großen Andrangs müssen sich die Kunden des Finanzamtes Wartemarken ziehen.

Die meisten Steuererklärungen gehen von Februar bis Mai ein. „Mitte des Jahres gibt es eine Umstellung im Computersystem des Finanzamtes. Dann gibt es deutlich längere Bearbeitungszeiten“, sagt Alexandra Alsfeld. Daher rät sie, die Steuererklärungen noch vor Ende Mai abzugeben.

In der Informationsstelle werden die eingereichten Unterlagen auf ihre Vollständigkeit geprüft und der Eingang vermerkt. Außerdem können Angaben für die Lohnsteuerkarte wie beispielsweise die Bankverbindung oder ob man geheiratet hat, geändert werden. „Das geht seit diesem Jahr nur noch beim Finanzamt, nicht mehr bei den Gemeinden“, erklärt die Mutter einer Tochter.

Doch nicht nur Zahlen und Rechnungen bestimmen die Arbeit der Finanzbeamtin. „Bei uns erlebt man von der völligen Unwissenheit bis zu den tollsten Steuerfragen alles“, sagt sie und fügt hinzu: „Die meisten Menschen sind freundlich. Aber es gibt auch einige weniger freundliche Mitbürger.“ Dabei sind die drei Finanzinformationsstellen des Finanzamtes Schwalm-Eder ein Serviceangebot.

Die Steuererklärung kann nämlich genauso gut per Post und übers Internet mit dem Steuersoftwaresystem Elster abgegeben werden. „Bei uns erlebt man die ganze Palette des Lebens“, berichtet die Finanzwirtin. So gibt es beispielsweise einen Rückzugsraum für persönliche Angelegenheiten.

„Wir haben etwa ein Ehepaar, dass seine Steuererklärungen immer gemeinsam bei uns abgibt, aber getrennt veranlagt wird“, erzählt Alexandra Alsfeld aus dem Nähkästchen. „Zwei Tage später kommt dann der Mann noch einmal wieder und trägt ein weiteres Kind nach, von dem seine Frau nichts weiß.“

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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