Von dem Tier fehlt jede Spur

Karlchen bleibt verschwunden: Die Suche nach einem liebestollen Känguru

Metze. Die Suche nach Känguru Karlchen aus Metze wurde am späten Montagnachmittag abgebrochen: Zuvor war nach Karlchen mit einem Rettungshund gesucht worden – ohne Erfolg. Seitdem Karlchen zuletzt am Montagmorgen in der Nähe eines Steinbruchs gesehen wurde, fehlt jede Spur von dem Tier.

Das Problem ist, dass es einfach keinen genauen Anhaltspunkt für die Suchen gegeben habe. Denn niemand weiß, wohin Karlchen gelaufen ist. Während der Waldrand abgesucht wurde, half Oliver Ebert (Firma Helicam aus Fulda) aus der Luft: Mit einer Drohne samt Kamera suchte er rund um den Junkerskopf die Gegend ab. Doch nach nicht einmal einer Stunde nahm die Suche ein jähes Ende: Starker Wind hatte die Drohne erfasst, gegen einen Baum geschleudert und stark beschädigt.

Sorgen und Gefahren

Für Petra und Rainer Aschenbrenner geht die Geduldsprobe weiter. Sie sorgen sich vor allem darum, dass Karlchen auf ein Wildschwein treffen und verletzt werden könnte. Oder dass das Tier auf die Straße springt und in einen Unfall verwickelt wird – das wäre dann nicht nur für das Tier gefährlich. Falls das nicht geschieht, habe Karlchen gute Chancen. „Er findet genug Nahrung“, sagt Petra Aschenbrenner und kann in Freiheit überleben. Dennoch: Auch mit Futter ließ sich Karlchen nicht locken. Und eine Spur aus Walnüssen, die Petra Aschenbrenner in der Nacht zum Gehege gelegt hatte, wurde durch Starkregen fortgeschwemmt.

Suche geht weiter

Doch die Hoffnung geben die Aschenbrenners nicht auf: Heute soll die Suche weitergehen, sagen die Aschenbrenners. Dann wird auch Ebert wieder mit einer neuen Drohne vor Ort sein – mit einer Wärmebildkamera soll dann noch einmal am Waldrand, in der Nähe des Steinbruchs gesucht werden. Petra Aschenbrenner vermutet Karlchen nach wie vor in dem Gebiet zwischen Metze, Besse und Gudensberg. „Karlchen mag keinen Regen und hat sich vermutlich ein trockenes Plätzchen gesucht“, sagt Petra Aschenbrenner. Die Suche soll sich heute vor allem auf die umliegenden Felder konzentrieren: Kängurus verstecken sich eher in weiten Feldern als im Wald – das seien sie gewöhnt, so Aschenbrenner.

Karlchen und Angel

Karlchen ist seit Sonntag früh verschwunden – Kamerunschaf Angel, das mit Karlchen auf dem eingezäunten Gelände in Metze lebt, ist seitdem völlig aus dem Häuschen und blökt laut nach seinem Partner. Karlchen und Angel leben auf einer 800 Quadratmeter großen Weide „Sie sind eigentlich ein Team“, sagt Petra Aschenbrenner. Der Zaun sei, wie vom Ordnungsamt vorgeschrieben, 1,80 Meter hoch – Karlchen nur 80 Zentimeter groß und etwa 35 Kilo schwer.

Nicht einfach einfangen

Wer Känguru Karlchen entdeckt, sollte die Polizei informieren. Kontakt: Polizei in Fritzlar, Telefon 0 56 22/99 66 0.

Ihr Mann Rainer kam erst Montagnachmittag nach Metze – als er erfuhr, dass Karlchen ausgebüxt war, flog er mit dem nächsten Flugzeug aus der Türkei nach Hause. „Wer das Känguru sieht, sollte die Polizei informieren“, so Polizeisprecher Giesa. Einfangen lasse sich Karlchen jedenfalls nicht so leicht. Wer Karlchen allerdings doch zu fassen bekommt, sollte nach seinem Schwanz greifen. „Dann lässt er sich wie eine Schubkarre nach Hause führen“, sagt Aschenbrenner. Zuletzt gesehen wurde das Tier an einem Steinbruch bei Metze. „Als die Polizei dort eintraf, war das Känguru weg. Es wartet ja schließlich nicht auf uns“, so Giesa.

Quelle: HNA

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