Das Duo Berger/Seidenfaden findet die Komik im Umgang mit der Alltagssprache

Das Karnickel mit Blaubähren

Strapaze für die Lachmuskulatur: Horst Seidenfaden (links) und Reinhard Berger unterhielten die Gäste beim Schlauberger-Abend im Scala-Varieté mit sprachlichen Kuriositäten. Fotos: Först

Fritzlar. Ein Nordhesse auf dem Frankfurter Hauptbahnhof hat den letzten Zug verpasst und will mit dem Taxi zurück nach Kassel. „Was kostet das?“ fragt er den Taxifahrer. „Hunnertfuffzisch Euro“, sagt der. Der Nordhesse: „Und wenn ich selber fahre?“

Nordhessisch für Anfänger, gemixt mit Stilblüten und Irrtümern aus der Schildersprache, darum ging in der Schlaubergerschau am Samstagabend im ausverkauften Fritzlarer Scala-Varieté. Die Journalisten Horst Seidenfaden, HNA-Chefredakteur, und Reinhard Berger, der HNA-Schlauberger, quälten zwei Stunden lang ihr Publikum mit Lachreizen, die kaum Luft zum Atmen ließen.

Ob Fußballersprüche wie der von Oliver Kahn: „Die Holländer sind vorn vom Feinsten bestückt“ oder Beamtenweisheiten wie die aus dem Finanzamt: „Es ist nicht möglich, den Tod eines Steuerpflichtigen als dauernde Berufsunfähigkeit zu werten und demgemäß den erhöhten Freibetrag abzuziehen“ – die Zuschauer hatten keine Gelegenheit, sich entspannt zurück zu lehnen.

Das Programm basiert auf Sprüchen und Fotos, die von HNA-Lesern eingereicht worden waren. So auch die alten Amtsschreiben aus der Zeit unserer Großväter: „Auf Ihren Brief hin teilen wir Ihnen mit, dass unsere Rathausuhr regelmäßig geht. Es fehlen nur die Zeiger.“

Die Bildklassiker wie die „frische Kalbsbrust aus der Schweinelende“ wurden mit regionalen Besonderheiten ergänzt, zum Beispiel die Werbung eines Metzgers aus Hofgeismar: „Wirsingeintopf mit Gekacktes. Bitte Topf mitbringen“. Auch die „Blaubären“ vom Wochenmarkt aus Uslar brachten das Publikum zum Toben: Der Standinhaber wurde diskret auf seinen Schreibfehler hingewiesen, sah sich den Schaden an und meinte: „Ach, da habe ich ja das H vergessen“. Fügte es ein und war mit „Blaubähren“ zufrieden.

Neben den Projektionen auf Großbildwand gab es Einblicke in Radiopannen wie den „Anal - phabetismus“, bei dem sich der Nachrichtensprecher quält, bis er zum An-alphabetismus kommt. Noch eine höchst amüsante Nachricht aus dem Äther lautete: „Ratzinger zum Papst gewählt“, „Teufel tritt zurück“.

Das Duo unternahm aber auch Ausflüge in die nordhessische Landessprache. So erklärte Horst Seidenfaden, dass der Nordhesse durchaus ohne „ch“ auskommt. Sogar beim Kaninchen: „Karnickel“. Und beim Chinchilla: „Mantel for de Mudder“.

Weitere Termine der Schlaubergerschau: 26. März, Schloss Waldeck, Rittersaal; 11. März, Baunatal, Stadtteilzentrum Baunsberg. Vorverkauf: u.a. HNA-Kartenservice.

Von Rosemarie Först

Quelle: HNA

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