Sommerfest am 22. Juni

Kasinogesellschaft Melsungen besteht seit 190 Jahren

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Vor dem Kasinogebäude: Die Beiräte Kai Hartmann und Georg Worst, Schriftführer Martin Lüdicke, Vorsitzende Martina Leimbach-Gossen und 2. Vorsitzender Dr. Jochen Sturm.

Melsungen. Der Umzug der Forstlehranstalt von Fulda war für Melsungen ein Startschuss. Im Jahr 1823 verlegte Kurfürst Friedrich-Wilhelm das Institut in die Stadt. Das gesellschaftliche Leben blühte auf. Denn die angehenden Oberförster stammten meist aus Adelsfamilien.

Sie waren in den bürgerlichen Familien der Stadt untergebracht. Gemeinsam mit ihren Lehrern und Gastfamilien trafen sich die Schüler zu Veranstaltungen. Um dieses gesellschaftliche Leben zu gestalten, wurde am 18. Oktober 1823 die Abendgesellschaft zu Melsungen gegründet.

Heute ist die ehemalige Abendgesellschaft ein eingetragener Verein und nennt sich Melsunger Kasinogesellschaft. Sie hat 195 Mitglieder. In diesem Jahr feiert sie ihr 190-jähriges Bestehen. Gefeiert wird das ganze Jahr.

Der Höhepunkt ist das Sommerfest am Samstag, 22. Juni. Für das Fest wird es nicht so strenge Regeln geben, wie es noch die Satzung von 1838 verlangte: Damals war das Tragen von Sporen beim Tanz verboten. Und 175 Jahre später, ist das Rauchen, nicht nur im Beisein von Damen, nicht mehr erlaubt.

Für das Fest lädt die Kasinogesellschaft in die Melsunger Stadthalle ein. An sie schließt das Kasinogebäude an, das die Gesellschaft damals für Feste und Begegnungen errichten ließ. Die Vorarbeiten für den klassizistischen Bau begannen im Jahr 1837. Vom Tuchfabrikanten Gleim wurde ein Garten vor dem Rotenburger Tor angekauft, heißt es in der Vereinschronik. Das Haus mit Saal und Kegelbahn sollte nicht teurer als damals 6000 Talern sein. Um den Bau zu finanzieren, wurde eine neue Gesellschaft gegründet, die eher einer Aktiengesellschaft entsprach. Die Aktionäre mussten allerdings nicht Mitglied der Abendgesellschaft sein. Im Jahr 1838 war das neue Haus fertig. Ab 1935 nutzte es die Deutschen Arbeitsfront. Während des Krieges wurde es zum Lazarett umfunktioniert. Danach war das Gebäude für einige Jahre das Amerikahaus. 1971 kaufte die Stadt Melsungen das Haus von der Gesellschaft, um es in den Bau der Stadthalle zu integrieren. Bis heute ist die Pflege des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Melsungen das oberste Ziel der Melsunger Kasinogesellschaft.

Sommerfest mit Kabarett

Die Melsunger Kasinogesellschaft feiert am Samstag, 22. Juni, ihr Sommerfest. Beginn ist um 17 Uhr in der Stadthalle Melsungen. Der Eintritt ist frei. Zu einem Musikprogramm der Bigband der Geschwister-Scholl-Schule gibt es Speisen vom Grill. Ab 20 Uhr folgt die Generalprobe des musikalisch-kabarettistischen Stücks „Instrumen“d“ales“: Justus Riemenschneider wird mit dem Ensemble der Musikschule Schwalm-Eder-Nord unter Regie von Rolf Römer spielen. 

Der Eintritt für die Generalprobe kostet 10 Euro. Karten gibt es bei der Melsunger Tourist-Info, Tel. 05661/708200202 . (jon)

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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