Kassel

Nach Tod seiner Ex-Frau: Mann muss weiter für sie zahlen - Geld wird von Pension abgezogen

+
Versorgungsausgleich: Knut Schröder aus Kassel musste über den Tod seiner Ex-Frau hinaus zahlen.

Ein Mann aus Kassel muss nach dem Tod seiner Ex-Frau weiter einen Versorgungsausgleich zahlen. Es wurde von der Pension abgezogen. 

  • Knut Schröder (65) aus Kassel musste über den Tod seiner Ex-Frau hinaus einen Versorgungsausgleich zahlen.
  • Das Geld wurde von seiner Pension abgezogen
  • Schröder sieht Hoffnung in einem Rentenberater.
  • Kann es wirklich sein, dass man für die verstorbene Ex-Frau einen Versorgungsausgleich zahlen muss? Knut Schröder (65) aus Kassel wollte das zunächst nicht glauben, bekam aber immer wieder die Auskunft, dass er sich damit abfinden müsse. 

    Jetzt liegt allerdings das Urteil des Kasseler Familiengerichts auf dem Tisch. Der ehemalige Rathausmitarbeiter bekommt demnach 440 Euro mehr an Pension und eine Rückzahlung für bereits geleistete Zahlungen. „Ich bin so froh, dass das geklappt hat und möchte andere in einer ähnlichen Situation darüber informieren“, sagt Schröder.

    Knut SchröderPensionär

    Kassel: Nach Scheidung Unterhalt zahlen - Von Pension abgezogen

    Ein kurzer Rückblick. Die Scheidung von Knut Schröder und seiner Frau verlief im Jahr 1999 ohne Rosenkrieg. Ihm war klar, dass er der Mutter der beiden gemeinsamen Kinder Unterhalt zahlen muss. 

    Zudem einigte man sich auf die finanzielle Unterstützung für eine Ausbildung, damit sie finanziell auf eigenen Füßen stehen konnte. 15 Jahre lief das wie geplant. Dann wurde durch eine schwere Erkrankung alles anders. Mit nur 54 Jahren starb Schröders Ex-Frau.

    Kassel: 440 Euro werden von Pension einbehalten

    Mit seiner Pensionierung im Jahr 2016 kam dann der Hinweis, dass die Folgen der Scheidung weiterhin finanzielle Auswirkungen haben. Der nach wie vor gültige Versorgungsausgleich in Höhe von 440 Euro werde von den monatlichen Zahlungen einbehalten.

    „Ich war bei Beratungsstellen und Rechtsanwälten, habe mich im Bekanntenkreis umgehört und überall dieselbe Auskunft bekommen“, sagt Schröder. Ein Zeitungsartikel in der HNA* aus dem Jahr 2018 weckte dann bei dem früher in der Region bekannten Fußballer den Kampfgeist.

    Kassel: Pension gekürzt - Hoffnung bei einem Rentenberater

    „Da wurde ein Rentenberater genannt, an den ich mich dann gewendet habe“, sagt er. Dabei handelt es sich um den Juristen Rudi F. Werling, der in Pforzheim eine auf Versorgungsausgleich spezialisierte Kanzlei betreibt. 

    Dessen Angebot: Ich sehe mir die relevanten Unterlagen an, und wenn ich danach keine Chance auf Erfolg sehe, war es das. Bei Knut Schröder sah er diese Möglichkeit.

    Rudi F. WerlingRentenberater

    Kassel: Versorgungsausgleich von Pension abgezogen - Reform maßgeblich

    Die wichtigste Voraussetzung sei, dass die Regelung zum Versorgungsausgleich vor August 2009 stattgefunden habe, sagt der Fachmann. Denn kurz danach habe es eine größere Reform gegeben, die für spätere Regelungen maßgeblich ist.

    Ein Jahr lang hat es vom Erstkontakt bis zum Gerichtsurteil gedauert. „Der Einsatz hat sich gelohnt“, sagt Schröder, der aufgrund seines vergleichsweise jungen Alters ein besonderer Fall für Rentenberater Werling ist. 

    Kassel: Rückzahlung  - Bereits 100 erfolgreiche Verfahren

    Bundesweit hat er bereits 100 Verfahren erfolgreich zu Ende gebracht. Es könnten für ihn und seine spezialisierten Kollegen noch deutlich mehr werden, denn die alte Regelung galt von 1977 bis 2009. Bei Scheidungen in diesem Zeitraum – pro Jahr waren das um die 150.000 – könnte es Klärungsbedarf geben, wenn der frühere Partner stirbt.

    Für Knut Schröder hat sich das Thema erledigt. Von der Rückzahlung in Höhe von gut 5000 Euro kann er den Rentenberater bezahlen und will sich einen Urlaub mit seiner heutigen Ehefrau gönnen. 

    Video: Pensionskassen kürzen Zahlungen - Was das für die Rente bedeutet

    Ebenfalls jahrelang zahlen musste ein Pensionär aus dem Kreis Kassel. Er bekommt nun 700 Euro mehr Pension.

    Wer Rentenansprüche an den früheren Ehepartner überträgt, kann sie sich nach dessen Tod nicht selbst anrechnen lassen. Zumindest nicht, wenn der Ex-Partner die Versorgung mehr als drei Jahre erhalten hat.

    *HNA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

    Das könnte Sie auch interessieren

    Kommentare