Energie von der Autobahn

Im Gebiet an der Kasseler Warte in Fritzlar soll ein Solarpark gebaut werden

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Solarflächen an der Autobahn: Direkt an der A 49 bei Fritzlar soll ein Photovoltaik-Park gebaut werden (blau schraffiert). Links davon das Naturschutzgebiet Kasseler Warte.

Fritzlar. Ein Solarpark soll im Fritzlarer Naturschutzgebiet Kasseler Warte direkt an der Autobahn gebaut werden. Die Photovoltaikanlagen sollen auf einer Fläche von 5,2 Hektar aufgestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Stadtverordneten den Plänen zustimmen.

Ursprünglich sollte auf dem früheren Gelände des Geophysikalischen Messzuges der Bundeswehr ein Solarpark entstehen. Dafür war früher jedoch kein Investor gefunden worden. Nun habe das vor allem deswegen geklappt, weil Betreiber solcher Anlagen direkt an der Autobahn eine höhere Vergütung bekämen, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat.

Neue Wege sind geplant

Die Gebäude und das Gelände des früheren Messzuges sollen rückgebaut werden, dort könnte laut Spogat ein parkähnliches Gelände entstehen. Im Naturschutzgebiet selber könnte die Wegeführung verändert werden.

Dort ist auch geplant, dass sich in einem Teilbereich in einer Größe von 30 bis 35 Hektar Bäume auf natürlichem Weg ansiedeln, gepflanzt werden sollen allerdings keine. Befürchtungen, durch Bäume könnten Wildschweine angelockt werden, widersprach Spogat. Bei einer Treibjagd auch auf diesem Gebiet Ende vergangenen Jahres sei kein einziges Wildschwein entdeckt worden.

Der Schutzbereich für Amphibien, der im Naturschutzgebiet eingerichtet wurde, soll bestehen bleiben. Geplant ist laut Spogat auch, dass neue Wegweiser aufgestellt werden – offiziell heißt so etwas Besucherlenkungskonzept.

Den Photovoltaikpark in einer Größenordnung von vier Megawatt werde ein Betreiber aus Frankfurt am Main errichten. Nach Medienberichten über ähnlich große Anlagen können diese etwa 1200 Haushalte mit Strom versorgen.

Der Betreiber lege großen Wert darauf, Bewohner der Region einzubeziehen, ihnen also den Einstieg mit Anteilen an der Anlage zu ermöglichen. Die Firma habe mit diesem Modell Erfahrungen gesammelt, erklärte der Bürgermeister.

Sie wolle im Vorfeld des Baus zu Bürgerversammlungen einladen, bei denen die Pläne und die Beteiligungsmöglichkeiten erläutert werden.

„Das ist unser Beitrag zur Energiewende“, sagt Spogat über die Anlage sowie das geplante Wasserkraftwerk (wir berichteten). Außerdem würden energiesparende Straßenlampen getestet. Und schließlich sei geplant, die Fritzlarer Kläranlage mit Solarzellen auszurüsten und die Wärme aus dem Faulturm zu nutzen.

• Sitzung der Fritzlarer Stadtverordneten: Donnerstag, 27. Februar, 20 Uhr, Sitzungssaal Rathaus Fritzlar.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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