Entzündbare Flüssigkeit

Katastrophe mit Lastwagen auf Malsfelder Autohof knapp verhindert

Schwalm-Eder. Nur knapp ist der Schwalm-Eder-Kreis am Freitag einer Katastrophe auf einem Lkw-Stellplatz an der Autobahn 7 bei Malsfeld entgangen. Ein Laster hatte eine leicht entzündbare Flüssigkeit geladen und drohte in Brand zu geraten. Eine Gefahr, die auf den Straßen im Landkreis wegen des vielen Güterverkehrs ständig besteht.

Man wisse nie genau, was die Lastwagen transportierten, sagte Frank Nuhn, Zugführer der Feuerwehr Melsungen. Mit Blick auf den Güterverkehr sagte er: „Die Gefahr rollt.“

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Für besonders brenzlige Einsätze hat der Schwalm-Eder-Kreis bereits vor zehn Jahren einen Umwelt-Dienst eingerichtet. Er wird bei Bedrohung durch chemische, biologische und atomare Gefahren mit alarmiert. Innerhalb von 30 Minuten soll dieses Expertenteam kreisweit vor Ort sein, das aus Feuerwehrmann und beispielsweise einem Chemiker besteht.

Fünf Einsatzleiter gibt es im Kreis, die unter anderem in Melsungen und in Homberg bei der Feuerwehr ansässig sind. Elf Einsätze gab es im vergangenen Jahr. „Das war ein Rekord“, sagte Nuhn. Normalerweise würden sie dreimal pro Jahr alarmiert. 2014 gab es bislang drei Einsätze. Meist handele es sich um Vorfälle mit Lastwagen. Aber auch zu Vorfällen in Schulen, etwa bei Chemieunfällen, rückten sie aus.

Am Freitag war das nicht nötig. „Wir hatten großes Glück“, sagte Kreisbrandinspektor Werner Bähr über die gefährliche Situation. Der Lkw hatte eine leicht entzündbare Flüssigkeit namens Diethylzink geladen, die die Feuerwehr nicht hätte direkt löschen können. Diethylzink wird beispielsweise für die Produktion von Pharmazeutika eingesetzt. Allerdings ist diese Flüssigkeit mit Wasser und Schaum nicht zu löschen. In diesem Fall setzt man Zement und Sand ein. Das haben die Feuerwehren aber nicht alle standardmäßig dabei.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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