Veranstaltung verursacht ein dickes Minus

Katerstimmung nach Homberger Weinfest

+
Haben gut Lachen: Winzer und Gäste des Weinfestes haben jedes Jahr viel Freude an dem Fest, beim Stadtmarketing hinterlässt das Weinfest jedoch einen faden Beigeschmack.

Homberg. Die Gläser der vielen Besucher des Homberger Weinfestes werden stets gut gefüllt, die Kasse des Homberger Stadtmarketings, das die wohl beliebteste Veranstaltung der Kreisstadt organisiert, bleibt indes leer. Mehr als das, das Fest reißt jedes Jahr ein Minus in die Finanzen des Stadtmarketings.

Dies teilte dessen Geschäftsführer Dr. Dirk Richhardt mit.

Im vergangenen Jahr sei ein Minus von 11.600 Euro verbucht worden, erklärt er im HNA-Gespräch. Somit hinterlässt das Weinfest eine Katerstimmung – zumindest finanziell.

Dass das Fest defizitär ist, sei jedoch keine neue Entwicklung, sagt Dr. Richhardt. Denn das sei seit Beginn der Veranstlatung – also seit dem Hessentag 2008 – immer so gewesen. Es sei sogar gelungen, das Minus zu reduzieren.

Mehr Standgebühren

Aktualisiert um 16.45 Uhr

Eine kurzfristige Lösung sieht der Geschäftsführer des Stadtmarketings nicht: „Wir werden in diesem Jahr die Standgebühren um bis zu 40 Prozent erhöhen.“ Das bringe Mehreinnahmen von knapp 5000 Euro. Diese Erhöhung sei auch dringend nötig, denn die Standbetreiber zahlten gerade einmal zwischen 250 und 1100 Euro. Der Preis richte sich nach der Standgröße. Die 1100 Euro zahle jemand, der drei Stände habe, erklärt Richhardt. Beim Weinfest seien pro Stunde etwa 1600 Gläser im Umlauf, erklärt er. Das sei sehr viel. Er schätze das Barvermögen in der Kasse der Winzer nach dem Homberger Fest auf bis zu 60.000 Euro. Doch nicht nur an den Weinständen, auch bei den anderen Anbietern floriere das Geschäft.

Die Standbetreiber hätten sich bereits mit der Gebührenerhöhung einverstanden erklärt, die rheinhessischen Winzer hätten sogar angeboten, noch etwas mehr zu zahlen. Doch vor einer drastischeren Erhöhung schreckt Richhardt zurück: „Das könnte uns als unsittlich ausgelegt werden.“

Ob von den Mehreinnahmen tatsächlich viel übrig bleibe, sei noch fraglich, so Richhardt. Denn die Kosten für das Fest seien gestiegen. „Toilettenanlage, Gema-Gebühren, Technik, Strom und viele Dinge mehr werden immer teurer“, sagt Richhardt. Eintritt könne man auf Grund der offenen Grundstückslage des Stadtpark schlecht nehmen.

Doch wolle man diesmal „Ich liebe das Weinfest“-Buttons verkaufen. Letztlich bleibe noch die Möglichkeit, den Rotstift beim Programm anzusetzen. „Wir versuchen, günstigere Bands zu finden.“ Zudem mache er sich auf die Suche nach Sponsoren.

Dass eine solche Veranstaltung keinen Gewinn abwerfe, sei nicht ungewöhnlich, so Richhardt. In Homberg seien lediglich die Marktplatzkonzerte, der Herbstmarkt und der Rabatzmarkt kostenneutral. Und bei Rund ums Rad falle das Minus mit knapp 1000 Euro recht gering aus. Indes schlugen die Snowparty mit 3000 und der Weihnachtsmarkt mit 4000 Euro negativ zu Buche. Dem Stadtmarketingverein gehören 130 Mitglieder an. Das Stadtmarketing erhält von der Stadt Homberg jährlich einen Zuschuss von 110.000 Euro.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare