Überfüllung: Pflegestelle kann keine Katzen mehr aufnehmen

Viel Arbeit: Die kleine Rasselbande auf Jutta Zywecks Wohnzimmertisch ist zwar putzig anzuschauen, für die engagierte Tierhelferin aber ist sie auch Teil eines 24-Stunden-Jobs. Foto: Hoffmann

Zierenberg/Breuna. Über 30 Katzen tummeln sich im Haus von Jutta Zyweck. Dazu noch fünf Katzenbabys samt wilder Mutter im Keller und vier etwa sechs Wochen alte Katzenkinder im Wohnzimmer, die nur haarscharf dem Tod entkommen sind. Doch jetzt stoßen Zyweck und ihre Pflegestelle an die Grenzen.

„Ein Bauer wollte sie erschlagen“, sagt Zyweck kopfschüttelnd, während sie liebevoll mit den Kleinen schmust und spielt. „Wir wissen nicht mehr wohin mit all den Tieren. Es ist zwar immer viel gewesen, doch in diesem Jahr ist es extrem.“

Seit Jahren macht sich die Zierenbergerin bei der Tiernothilfe Breuna für Vierbeiner stark, betreibt seit 2011 eine eigene Pflegestation. Sie ist immer da, wenn Not am Mann ist. Nun aber geht nichts mehr, Aufnahmestopp bei der Tiernothilfe. „Wir wissen nicht mehr wohin mit all den Tieren, es ist zwar immer viel gewesen, doch in diesem Jahr ist es extrem.“

Aus allen Ecken der Region seien Tiere zu ihr gebracht worden, was nicht sein müsste, würden Tierbesitzer ihren Verpflichtungen nachkommen. „Die Katzen müssen mit sechs Monaten kastriert werden, nur so lassen sich die vielen ungewünschten Neugeburten verhindern“, sagt Zyweck, die eine bundesweite Kastrationspflicht fordert.

Auch wenn die kleine Rasselbande auf ihrem Wohnzimmertisch ausgesprochen putzig anzuschauen ist, für die Tierschützerin ist sie auch Teil eines 24-Stunden-Jobs, und der besteht eben nicht nur aus Schmusen und Spielen. Tierarztbesuche, Putzen, Futter zubereiten, Jutta Zyweck sucht händeringend nach ehrenamtliche Helfern. „Auch wenn man für und mit Tieren lebt und auch weiterhin leben will, auf Dauer kann man sich nicht allein um derart viele Tiere kümmern.“

Hinzu komme die ständige Sorge um die Finanzen. Die Tierhaltung verschlingt viel Geld, beispielsweise für Kastration, Entwurmung und Impfung, Freiwillige könnten auch beim Sammeln von Spenden helfen. Wer wie Jutta Zyweck ein Herz für Tiere und Interesse an einer Mitarbeit hat oder sich für eine der Katzen interessiert, der kann sich melden unter 0 56 06/53 47 38.

Weitere Infos: www.tiernothilfebreuna.de

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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