Zahl der Streuner und ausgesetzten Tiere nimmt zu

Katzenflut: Tierheim ist völlig überfüllt

Schwalm-Eder. Das einzige Tierheim im Schwalm-Eder-Kreis ist voll. „Bis zum Rand“, sagt Tierpflegerin Nicole Reubert. „Wir können seit einem halben Jahr eigentlich keine Tiere mehr aufnehmen.“

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Trotzdem machen die Mitarbeiter der Einrichtung im Felsberger Stadtteil Beuern ab und zu Ausnahmen - es gibt einfach zu viele Tiere, die Hilfe brauchen.

Vor allem die Zahl der Fundtiere steigt: Herrenlose Streuner, die Spaziergänger und Hausbesitzer auf der Straße, in Gärten und Kellern entdecken, und Haustiere, die ausgesetzt wurden. 80 Prozent der Katzen und knapp 30 Prozent der Hunde, die derzeit im Tierheim Beuern untergebracht sind, sind Fundtiere.

„Bis Ende Oktober sind dieses Jahr 205 Fundkatzen zu uns gekommen“, sagt Tierheim-Mitarbeiterin Rosalinde Petsch. Seitdem seien sicher nochmal 30 dazugekommen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte das Tierheim 197 Fundkatzen aufgenommen.

Das Problem: Nur ein Drittel der Katzen findet ein neues Zuhause, der Rest bleibt im Tierheim. Dort wird der Platz knapp, denn das Tierheim soll eigentlich nur 40 Katzen beherbergen.

„Dieses Jahr ist es wirklich extrem schlimm mit den Katzen“, sagt Petsch. „Wir haben mal an einem Tag zwölf gekriegt“, erinnert sie sich. „Für solche Mengen sind wir gar nicht eingerichtet.“

Bei Hunden ist das Problem weniger gravierend: Die Zahl der Fundtiere ist mit knapp 50 pro Jahr seit einigen Jahren konstant, zudem können zwei Drittel der Tiere vermittelt werden.

Die Zunahme der ausgesetzten Tiere führt Tierpflegerin Nicole Reubert unter anderem auf die finanzielle Situation vieler Tierhalter zurück: Wer seine Arbeit verliert, muss sich vom Haustier trennen, weil er die Kosten für Futter und Tierarzt nicht mehr stemmen kann. Viele Fundtiere seien aber auch Nachkommen unkastrierter Freigänger.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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