Er galt als die Stimme der Treysaer Bahnhofstraße

Kaufmann und Politiker Karl-Heinz Hirth ist mit 75 Jahren gestorben

War der Herr über schmucke Stoffe: Karl-Heinz Hirth ist vergangene Woche in Marburg gestorben. Archivfoto:  Rose

Treysa. Er war die Stimme der Bahnhofstraße, engagierter Lokalpolitiker und nicht zuletzt der Herr über schmucke Stoffe: Karl-Heinz Hirth. In der vergangenen Woche ist der gebürtige Lischeider nach längerer Krankheit gestorben. 

Dass sein Beruf letztlich auch Berufung war, daran werden sich viele Schwälmer gut erinnern: 55 Jahre lang verkaufte Hirth in seinem Geschäft in Treysa Stoffe, Kurzwaren, Gardinen und Wolle. 2013 übergab er die Geschicke an seine Tochter Silvia.

Nach dem Schulbesuch lernte Hirth zunächst 14-jährig den Beruf des Maurers. Bei seinem Onkel in Lischeid, der unter dem Namen Montanus einen Großhandel für Textilien unterhielt, half er seinerzeit oft aus. Dabei entdeckte er die Liebe zu feinen Brokatstoffen. Hirth absolvierte eine weitere Ausbildung zum Kaufmann und eröffnete 1958 zusammen mit seiner Tante in der Bahnhofstraße ein Restegeschäft. Nach sieben Jahren zogen Chef und Belegschaft in die Wagnergasse um. Vor knapp 25 Jahren wurde das Geschäft abermals in die Bahnhofstraße verlegt, auch eröffnete Hirth eine Filiale in Kirchhain. Als ehrlichen und direkten Menschen beschreiben Freunde den Treysaer: Mit Leib und Seele widmete sich Hirth dem Gesang im Männerchor der Liedertafel, zusammen mit Konrad Weppler hob er die Karnevalsgruppe Schwalmtor-Narren aus der Taufe.

Hirth engagierte sich im Förderverein des ESV Jahn Treysa, insbesondere für den Fußball. Seinerzeit sprach er sich als Stadtverordneter und Sprecher der SPD-Fraktion für die Umbenennung des Stadions am Fünften in Herbert-Battenfeld-Stadion aus. Der Handels- und Gewerbevereinigung stand der 75-Jährige lange mit Rat und Tat zur Seite. Kommunalpolitisch engagierte sich Hirth knapp 30 Jahre: Im Ortsbeirat und im Stadtparlament galt er als die Stimme der Bahnhofstraße. Vier Jahrzehnte war er Mitglied der SPD.

Dabei, so berichten Freunde, sei der Treysaer vor allem ehrlich gegenüber sich und anderen gewesen – kein unbedingter Parteigehorsam. Gleichwohl wird Hirth als zugänglicher Mensch beschrieben, der die Geselligkeit liebte. Im Vordergrund habe aber immer die Familie gestanden. Karl-Heinz Hirth hinterlässt Ehefrau Gerda, zwei Töchter und drei Enkelkinder. (sro)

Quelle: HNA

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