Kaum noch Fälle von Plötzlichem Kindstod im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Der Plötzliche Kindstod tritt im Schwalm-Eder-Kreis immer seltener auf. In den vergangenen zwei Jahren habe es keinen Fall gegeben, sagt Dr. Peter Urban vom Kreisgesundheitsamt.

Von 2005 bis 2008 gab es im Landkreis vier Fälle, durchschnittlich also einen pro Jahr. „In den 90er-Jahren waren die Zahlen deutlich höher“, blickt Dr. Urban zurück.

Einer der Gründe für den Rückgang des Plötzlichen Kindstodes sei die massive Aufklärung der Eltern in der jüngeren Vergangenheit, sagt Dr. Urban. Diskutiert werde als Grund auch, dass das Rauchen allgemein und vor allem in Anwesenheit von Kindern zunehmend verpönt sei. Als Risikofaktoren für den Plötzlichen Kindstod gelten die Bauchlage, überheizte Zimmer sowie Rauchen in der Schwangerschaft und danach.

„Der wichtigste Schutz vor dem Plötzlichen Kindstod ist die Rückenlage“, sagt Professor Klaus-Steffen Saternus. Der Rechtsmediziner aus Kassel hat Anfang der 80er-Jahre mit einer wissenschaftlichen Studie den Beweis erbracht, dass die Bauchlage den Plötzlichen Kindstod begünstigt.

Was wenig bekannt ist: Auch hoher Kaffeekonsum in der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor, sagt Saternus. Vorbeugung in Sachen Plötzlicher Kindstod leisten Kinderärzte, wo es bei der ersten Vorsorgeuntersuchung ein Merkblatt zu diesem Thema für die Eltern gibt.

„Die einzig erlaubte Lage des Säuglings im Schlaf ist die Rückenlage“, sagt auch der Fritzlarer Kinderarzt Dr. Martin Glück. Der Mediziner kann den Rückgang der Kindstod-Fälle bestätigen. Er arbeitet in der Kinderheilkunde seit fast 25 Jahren. „Seit Anfang der 90er-Jahre ist die Zahl der Fälle von Plötzlichem Kindstod stark zurückgegangen“, sagt Dr. Glück. Die Gefährdung für den Säugling höre erst mit Ende des ersten Lebensjahres auf. 2008 gab es in Hessen 18 Todesfälle.

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Quelle: HNA

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