Es könnte alles so schön sein

KBG: Mehr Kunden und Mitglieder – Ärger über Streit mit Eon

Homberg. Es hätte alles so schön sein können für die Homberger Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (KBG). Hätte. Schließlich zeigt der Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr vor allem eines, die KGB verkaufte wieder mehr Strom und Gas, hat mehr Mitglieder und mehr Kunden gewonnen.

Wenn da nicht die Sache mit der Stromversorgung für die 20 Homberger Stadtteile wäre. Längst hätte die KBG diese übernehmen wollen. Vor drei Jahren hatte die Stadt die Konzessionen für die Strom- und Gasnetze an die KBG vergeben.

Doch daraus wurde bislang nichts, denn die Eon Mitte verweigert der KBG die Freigabe des Mittelspannungsnetzes, unter anderem mit den Trafo-Stationen, das für die KBG unverzichtbar ist. Mittlerweile ist das Verfahren darum beim Bundesgerichtshof gelandet. „Wir müssen abwarten und hoffen noch in diesem Jahr auf eine mündliche Anhörung“, sagt Wolfgang Imberger, der Geschäftsführer der KBG ist. Ärgerlich und teuer

Über die umstrittenen Netze werden in den Homberger Stadtteilen etwa 2500 Stromkunden versorgt. Derzeit beliefert die KBG insgesamt 8595 Kunden, die nicht mehr ausschließlich aus der Kreisstadt stammen müssen.

Die Verzögerung ist nicht nur ärgerlich, sie ist auch teuer: „Wir haben uns personell und auch in der Infrastruktur darauf vorbereitet“, erklärt Imberger. So wurde zum Beispiel der Hauptsitz der KBG in Homberg vergrößert. Doch selbst, wenn der denkbar schlechteste Fall für die KBG eintreten und Eon Mitte den Rechtsstreit gewinnen würde, müsse keiner der 17 KBG-Mitarbeiter um seinen Job bangen, betont Imberger. „Es gibt genug zu tun. Wir haben bei Strom und Gas zugelegt“, sagt er.

Das liege auch am vergleichsweise günstigen Strompreis. Man werde den Strompreis, der im Januar erhöht wurde, in diesem Jahr konstant halten, kündigte Imberger an. Im günstigsten Tarif kostet die Kilowattstunde derzeit brutto 25,28 Cent, der monatliche Grundpreis beträgt 7,55 Euro.

Doch trotz der Zuwächse verbucht die KBG einen geringeren Bilanzgewinn, als im Vorjahr. „Wir haben zwei Jahre lang den Preis nicht erhöht, und auch die Zinsentwicklung schlägt sich nieder.“ Konkret wurde ein Bilanzgewinn von 112 000 Euro erwirtschaftet.

Ein großes Ziel hat die KBG: „Wir wollen unser Vertriebsnetz ausbauen“, sagt Imberger. Die KGB wolle sich noch regionaler aufstellen. „Bei uns landen die Kunden nicht in einem Call-Center in irgend einer anderen Stadt, sondern direkt bei unseren Mitarbeitern vor Ort.“

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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