Gemeinde Edermünde kämpft für Lärmschutz an der Autobahn 49 bei Holzhausen

Es kehrt keine Ruhe ein

Neuer Asphalt: Die A 49 bei Holzhausen wurde saniert. Seitdem habe der Lärm für die Einwohner zugenommen, heißt es von der Gemeinde. Eine Lärmschutzwand soll her. Archivfoto: Kühling

Edermünde. Für viele Holzhäuser ist die Autobahn 49 nicht nur ein Segen: Seit der Fahrbahnerneuerung im vergangenen Jahr hat der Lärm, den der Verkehr verursacht, nochmals zugenommen.

„Jetzt klagen auch Einwohner, die vor der Sanierung nicht belästigt wurden“, sagt Karl-Heinz Färber. Der Bürgermeister vermutet, dass der Schall jetzt weiter und höher in den Ort getragen werden, der direkt an der A 49 liegt.

„Wir nehmen die Messung zum Anlass, auf eine erneute Überprüfung zu drängen.“

Karl-Heinz Färber

Hessen mobil hatte Lärmschutzmaßnahmen abgelehnt. Nach Berechnungen des ehemaligen Amtes für Straßen- und Verkehrswesen werden die Grenzwerte nicht erreicht. Diese Ergebnisse führen zu keinen aktiven Lärmschutzmaßnahmen wegen der wirtschaftlichen Unverhältnismäßigkeit, heißt es laut Färber vom Amt. Aktiver Lärmschutz bedeutet, dass eine Lärmschutzwand- oder ein -wall gebaut würde.

Die Gemeinde wollte sich mit der Berechnung nicht abfinden: „Wir haben Zweifel an der Richtigkeit“, sagt Färber. Daher habe man eine orientierende Messung beim Institut für elektrische Energietechnik der Universität Kassel in Auftrag gegeben. Orientierende, weil lediglich einen Tag gemessen wurde, klärt Färber auf. Die Ergebnisse seien aber eindeutig: Die Grenzwerte werden überschritten. „Wir nehmen die Messung zum Anlass, auf eine erneute Überprüfung zu drängen, sagt Färber. Die Einwohner hätten ein Recht auf Lärmminderung. Wegen der Verkehrslärmschutzverordnung müsse der Beurteilungspegel berechnet werden, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessenmobil. Es sei Hessen mobil nicht freigestellt, andere Werte zu verwenden. Bei Messungen werde nur eine kurzfristige Situation erfasst, die bezüglich Verkehrsmenge und -zusammensetzung, Windverhältnissen und anderen Faktoren erhebliche Veränderungen erfahre.

Die Rechenmethode basiere auf der Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen und somit auf langfristigen Untersuchungen. Berechnungen seien somit imstande, allgemeingültige und vergleichbare Ergebnisse zu liefern, sagt Sinemus. KOMMENTAR

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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