Keime im Eis: Landeslabor nahm auch Proben im Landkreis

Schwalm-Eder. Schoko, Vanille und Nuss waren wieder unterm Mikroskop. 415 Speiseeis-Proben wurden von Mitarbeitern des Hessischen Landeslabors untersucht. Die Prüfer waren auf der Suche nach Keimen und Bakterien - auch im Kreisteil Melsungen.

11,3 Prozent aller hessischen Proben wurden beanstandet, teilt das Landeslabor mit. Sie weisen „hygienische Mängel“ auf. Im Schwalm-Eder-Kreis lag die Beanstandungsquote bei etwa sechs Prozent, teilte Dr. Roy Ackmann vom Landeslabor mit. Salmonellen, also krankheitserregende Keime, wurden bei der Untersuchung in keiner der 415 Proben nachgewiesen. Die Proben wurden im Zeitraum von Januar bis Juli in hessischen Eisdielen, Cafes und sonstigen Gastronomiebetrieben gezogen.

Es wurden aber Keime wie Enterobakterien festgestellt. Diese weisen auf Hygienemängel hin, teilte Dr. Roy Ackmann vom Landeslabor mit. Gesunden Menschen können die Enterobakterien nichts anhaben, sagt Ackmann. „Beim extrem immungeschwächten Menschen können die Keime aber zu Magen-Darm-Problemen führen.“

Wie kommt es zu den Hygienemängeln? Der unsaubere Umgang mit dem Eisportionierer ist ein Grund für die Keimbelastung beim Speiseeis. Die Portionierer würden oft nicht unter fließendem Wasser abgewaschen, sondern in stehendes Wasser getaucht. Dabei können sich die Keime schnell vermehren, teil das Landeslabor mit.

Hessenweit wurde unter anderem zu geringer Milchanteil in den Proben sowie eine fehlende Kenntlichmachung von Farbstoffen festgestellt. Auch Sahne aus Aufschlagautomaten wurden stichprobenmäßig auf Hygienemängel untersucht. 83 der 118, also 70 Prozent der untersuchten Proben wurden beanstandet. Der Grund: erhöhte Keimbelastung.

Welche Eisdielen und Cafes beanstandet wurden, unterliege dem Datenschutz, heißt es von Seiten des Schwalm-EderKreises. Das Veterinäramt ist für etwaige Ordnungswidrigkeitsverfahren zuständig. (ciß)

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Quelle: HNA

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