Parlament: Nein zur garantierten Übernahme

Kein Extrajahr für die Azubis

Seigertshausen. Nicht automatisch werden junge Leute, die bei der Neukirchener Stadtverwaltung eine Ausbildung machen, im Anschluss daran befristet für ein Jahr weiter beschäftigt. Einen entsprechenden Antrag, den UBL und SPD gemeinsam eingebracht hatten, verwies das Stadtparlament mit 25 Ja- und zwei Gegenstimmen bei einer Enthaltung zurück in die Ausschüsse zur weiteren Klärung.

Dietmar Schaub (SPD) hatte die Initiative mit der Fürsorgepflicht der Stadt für die Azubis und mit sozialen Gründen begründet.

Statt direkt angesichts fehlender Stellen zumeist in die Arbeitslosigkeit entlassen zu werden, hätten die Betroffenen so noch ein Jahr Zeit, sich über ihren weiteren Lebensweg klar zu werden und sich in Ruhe zu bewerben. Außerdem falle das Arbeitslosengeld danach höher aus, meinte Schaub.

UBL-Sprecherin Helga Puhl wollte den Antrag noch erweitert wissen: Durchschnittlich gute Noten sollten Voraussetzung für die einjährige Weiterbeschäftigung sein; sonst fehle der Ansporn.

Holger Arndt, Sprecher der Bündnis90/Die Grünen-Fraktion, fragte, warum gleich ein Grundsatzbeschluss nötig sei. Außerdem hätten die Auszubildenden auch während ihr Lehrzeit genug Zeit, sich zu bewerben.

FWG-Sprecher Ullrich Zulauf verwies darauf, dass Personalentscheidungen Sache des Magistrats seien und dass es immer eine reguläre Chance auf Weiterbeschäftigung gebe, „wenn der Mann gut ist.“

Keine Garantien

Dass das Parlament mit diesem Thema in die Personalhoheit des Magistrats eingreife, kritisierte auch CDU-Sprecherin Veronika Backes. Daher müsse nochmal zur endgültigen Klärung der Antrag in den Ausschüssen beraten werden. Weiter holte FDP-Sprecher Helmut Reich aus. Die Stadtverwaltung gebe eine Chance auf Ausbildung, verbinde damit aber keine Garantie auf eine Beschäftigung im Anschluss. Das müsse jedem Auszubildenden klar sein, zumal es immer wieder Möglichkeiten für gute Verwaltungsfachangestellte gebe.

Und: Die Idee der Weiterbeschäftigung bedeute für die nächsten Jahre zusätzliche Lohnkosten von mindestens 100 000 Euro, kritisierte Reich. (jkö)

Quelle: HNA

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