Kein Geld: Ausbau der Ortsdurchfahrt in Schönstein zurückgestellt

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Nur 30 erlaubt: Die Schönsteiner bemängelt seit Jahren den Zustand ihrer Ortsdurchfahrt. Schulkinder müssen auf der Straße laufen, denn einen Gehweg gibt es nicht.

Schönstein. Die Schönsteiner brauchen weiterhin Geduld: Denn laut eines Schreibens von Hessen Mobil an Bürgermeister Rainer Barth wird die Ortsdurchfahrt in diesem Jahr nicht mehr saniert. Die Begründung: Es ist kein Geld da.

Das teilte Barth in der jüngsten Gemeindevertretersitzung mit.

Im vergangenen Jahr fand eine Verkehrsschau in Schönstein statt, mit deren Ausgang Barth sich unzufrieden zeigte. "Es kam keine positive Rückmeldung von Hessen Mobil", sagte er, obwohl er den Zustand der Schönsteiner Straße dort stark bemängelte. Ein Schulwegsicherungskonzept stehe noch aus, das müsse jedoch die Leitung der Grundschule Gilserberg erstellen.

Bereits seit über 20 Jahren kämpft das 146-Seelen-Dorf für den Ausbau der Strecke. Den Anwohner wäre der Bau eines Fußweges dabei am wichtigsten. Denn derzeit haben die Kinder des Oberdorfs einen gefährlichen Heimweg: Rund 500 Meter müssen sie von der Bushaltestelle bis nach Hause auf der Straße zurücklegen. Es gibt keine Möglichkeit für die Fußgänger auszuweichen. Anwohner protestierten. Vor zwei Jahren wurde das Stück als 30-er-Zone ausgewiesen. Die Begründung lautete damals: Die Straße sei zu stark beschädigt.

"Mir fehlen die Worte", sagte Ortsvorsteher Fritz Gatzke. Jedes Jahr bekomme der Ort die gleiche ablehnende Antwort.

Er bemängelte, dass immer erst etwas passieren müsse, bevor die Behörden handeln - was er in diesem Fall natürlich nicht hoffe. Zumindest würden die Fahrzeuge durch die Geschwindigkeitsbegrenzung tatsächlich langsamer fahren.

Acht Kinder gehen täglich die Straße entlang. Der Idee, am Dorfgemeinschaftshaus einen Halt für den Bus einzurichten, wurden von den Behörden abgelehnt. So hätten sich die Kinder aus dem Oberdorf den gefährlichen Heimweg erspart. Auch die Grundschule müsse aus Gatzkes Sicht in einem Schulwegplan Stellung beziehen.

Auf einen Antrag der SPD-Fraktion setzte sich das Gilserberger Parlament mit der Schönsteiner Straße auseinander. Sabine Fischer forderte den Gemeindevorstand auf, in Erfahrung zu bringen, welche Sanierungen von Landesstraßen im Gemeindegebiet den Kürzungen des Landes zum Opfer fallen. Zudem sollen dringende Straßenschäden wie in Schönstein sowie die fehlende Fahrbahnmarkierung zwischen Gemünden und Moischeid bei den Behörden angemahnt werden und ein Sachstandsbericht für gesamt Gilserberg erstellt werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Michael Stuhlmann (CDU) fügte an, dass für 2014 keine Straßensanierungen in Gilserberg auf dem Plan stünden. Doch Schönstein sei bereits seit sechs Jahren dringlich. "Die Ortsdurchfahrt liegt uns am Herzen", so Stuhlmann. Zum einen sei es wichtig für den Tourismus, dass die Straßen in gutem Zustand seien. Zum anderen sei das Wichtigste die Sicherheit der Schulkinder. In den Ausschüssen wurde dazu zu wenig vorgebracht, betonte Stuhlmann: "Wir haben unsere Hausaufgaben nicht gemacht."

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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