Prozess vor dem Amtsgericht: 50-Jähriger kam seiner Unterhaltspflicht nicht nach

Kein Geld für die Kinder

Treysa. Weil er der Unterhaltspflicht gegenüber seiner von ihm getrennt lebenden thailändischen Ehefrau aus dem Altkreis und dem gemeinsamen siebenjährigen Sohn nicht nachgekommen ist, musste sich am Donnerstag ein 50-Jähriger aus Süddeutschland vor dem Strafrichter am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Dem Mann wurde vorgeworfen, von November 2011 bis Februar 2012 seiner Familie insgesamt 4800 Euro vorenthalten zu haben. Wegen Verletzung der Unterhaltspflicht verurteilte ihn das Gericht zu einer Geldstrafe von 900 Euro.

Ohne Anwalt

Der gelernte Diplomkaufmann, der ohne anwaltlichen Beistand vor Gericht erschienen war, gab an, er habe nach anfänglichen Zahlungen die Unterhaltskosten nicht mehr geleistet, da er arbeitsunfähig und somit arbeitslos geworden sei. Sein Girokonto sei schon zum betreffenden Zeitpunkt überzogen gewesen. Mittlerweile habe das Finanzamt das Konto gepfändet und er lebe von Hartz IV.

Überweisung vom Vater

Zwischenzeitliche Zahlungen auf sein Konto seien von seinem Vater ausgegangen, der das Konto habe ausgleichen wollen. Sein Vater habe die Zahlungen von sich aus vorgenommen. Es sei mit ihm nicht abgesprochen gewesen.

2003 hätten er und seine aus Thailand stammende Frau geheiratet, berichtete der Angeklagte. Im Laufe der Jahre habe sich ihr beider Verhältnis zunehmend verschlechtert.

Eines Tages sei er nach Hause gekommen und habe feststellen müssen, dass seine Frau mit dem gemeinsamen Sohn, der 13-jährigen Stieftochter und allen ihren Sachen ausgezogen war.. Er selbst empfinde diese brutale Trennung als Verbrechen an ihm und den Kindern. Er kenne die Stieftochter seit ihrem vierten Lebensjahr und habe sie mit aufgezogen. Seine Noch-Ehefrau habe ihm den Umgang mit den Kindern verwehrt und behauptet, er habe sie schlecht behandelt.

Allerdings sehe er in der Vorgehensweise seiner Frau kein eigenständiges Verhalten. Sie werde von einer thailändischen Freundin fremdbestimmt. Der Angeklagte kritisierte, dass er zu diesen Umständen, die ihn schwer belasteten und krank gemacht hätten, vor dem Gericht in Frankfurt nicht angehört worden sei. Der Richter erklärte, es sei bei der Verhandlung in Frankfurt um die Unterhaltszahlungen gegangen, zu denen er laut Beschluss des Frankfurter Amtsgerichtes verpflichtet sei. Er wies den Angeklagten darauf hin, er könne im Falle von Zahlungsunfähigkeit beim zuständigen Familiengericht eine Abänderung beantragen.

Bereits vorbestraft

Zur Last legte das Gericht dem wegen Trunkenheit am Steuer und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorbestraften Angeklagten aus, dass er zwischenzeitlich ein zweites Konto besessen hatte, auf das seine Eltern ihm 3000 Euro überwiesen hatten.

Von diesem Geld hätte er den Unterhalt zahlen können, sagte der Richter. Der Angeklagte gab an, es habe sich um ein reines Transferkonto gehandelt. Er sei immer verzweifelter geworden und habe „in einem Anflug von Wahnsinn“ an der Börse Geld machen wollen. (zhk)

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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