Enge am Borkener Bahnhof – Große Lösung für Sanierung ist laut NVV inzwischen vom Tisch

Kein Parkplatz am Zug für Pendler

Dr. Alexandra Urbas

Borken/Niederurff. Dr. Alexandra Urbas fährt gerne mit dem Regionalexpress. Von Borken aus pendelt die Medizinerin aus Niederurff zu ihrer Arbeitsstelle in Kassel. Auch aus ökologischen Gründen nutze sie den Zug, sagt sie. Doch es gibt ein Problem: zu wenige Parkmöglichkeiten am Borkener Bahnhof.

„Ich finde dort morgens nie einen Parkplatz“, sagt Urbas. Sie stellt ihr Auto dann auf einem Parkplatz bei einem der beiden Supermärkte ab, wohl wissend, dass sie das eigentlich nicht darf, und in der Hoffnung, keinen Strafzettel zu bekommen oder gar abgeschleppt zu werden.

So wendete sie sich per Brief an die Stadt Borken, erhielt aber zunächst keine Antwort. Das bedauert Bürgermeister Bernd Heßler im Gespräch mit der HNA. Inzwischen stehe man in Kontakt. Allerdings sehe er von Seiten der Stadt keine Möglichkeit, kurzfristig neue Parkplätze zu schaffen.

Zurzeit liefen Gespräche mit dem neuen Eigentümer des Bahnhofsgebäudes, dem auch noch ein Stück Land gehöre, sowie mit der Bahn, die aus seiner Sicht zuständig sei. Die Bahn wiederum verwies in einem Antwortbrief an Urbas auf den Nahverkehr – laut des Schreibens der RMV, also der Rhein-Main-Verkehrsverbund.

Tatsächlich fällt Borken natürlich in das Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbunds NVV. Dessen Pressesprecherin Sabine Herms sagte auf HNA-Anfrage, dass das Problem der fehlenden Parkplätze bekannt sei.

Man habe bereits mit dem Land Hessen und der Bahn eine Vereinbarung über die Bahnhofssanierung geschlossen. Allerdings werde die geplante große Lösung vorerst doch nicht kommen. Der Grund ist laut Herms das Geld.

Problem: Schutzschirm

Die Gemeinden, hier also die Stadt Borken, müssten sich bei solchen Projekten finanziell meist in einem gewissen Maße beteiligen, das sei für Borken als Schutzschirm-Kommune aber zurzeit schwierig.

Nun werde es Anfang März Gespräche zwischen Bahn und NVV geben, in denen es um die Fußgänger-Überführung zu den Gleisen gehen soll. Sollte diese nicht mehr zu sanieren sein, müsse sie abgerissen werden. Würde das geschehen, könne man in diesem Zuge hoffentlich auch neue Parkanlagen einrichten, sagte Herms.

Man freue sich sehr, dass die neue Verbindung so gut angenommen werde, ergänzte Herms, die selbst aus der Bergbaustadt stammt: „Wir haben eine Chance, Borken mit dem Regionalexpress aufzuwerten.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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