Kritik von Anwohner

Kein Platz für Islandpferde: Bauherrin stellte Plan vor

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Gewaltiges Interesse bei der Anliegerversammlung in Ehlen: Etwa 150 Besucher informierten sich über die Planungen von Bauherrin Saskia Klepp und meldeten Bedenken an. Die junge Frau will einen Islandpferdehof für 150 Tiere errichten.

Ehlen. Der oberhalb Ehlens geplante Islandpferdehof hat am Montagabend die Habichtswalder mobilisiert. Etwa 150 Menschen aus Ehlen besuchten die Anliegerversammlung, bei Bauherrin Saskia Klepp und Planerin Michaela Dehnert das Projekt vorstellten.

Dabei wurde deutlich: Die Mehrheit der Veranstaltungsbesucher lehnt den zwischen Rheinstraße und ehemaligem Truppenübungsplatz anvisierten Standort für den Pferdehof ab.

Mit ihrer Mitte September formulierten Bauanfrage will die 26-jährige Bauherrin bei den zuständigen Ämtern zunächst die Realisierungschancen für den Islandpferdehof ausloten. Zudem wollte sie das Stimmungsbild in Ehlen abklären. Denn: Weht ihr zu viel Wind ins Gesicht, wird sie an ihrem Vorhaben nicht festhalten.

Ihr schwebt die Errichtung einer Anlage für 150 Tiere vor. Darin enthalten sind eine Halle, in der die Tiere vor allem im Winter bewegt werden, doppelte Boxenreihen, Rundballenlager, eine Ovalbahn, auf der einmal jährlich ein Turnier ausgerichtet werden kann, Reiterstübchen (Aufenthaltsraum), Wohnung für die Bauherrin und Parkplätze – eine Investition in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Auf drei Säulen soll der Pferdehof ruhen. Die stärkste und zugleich die Haupteinnahmequelle sollen die Pensionspferde sein. Bei ihnen handelt es sich um Tiere, die von Privaten untergestellt werden. Daneben sind eine Reitschule und eine Pferdezucht geplant.

Bei vielen Anwohnern aus Ehlen stößt der Hof auf wenig Gegenliebe. Es ist nicht so sehr das Vorhaben selbst, sondern eher der Standort zwischen Rheinstraße und Lohweg, der den Kritikern nicht behagt. Viele befürchten eine Zunahme des Verkehrs, einen Attraktivitätsverlust der Landschaft und zumindest im Sommer bei verstärkt vorherrschenden Ostwinden eine Geruchsbelästigung. Sorgen machen sie sich zudem um die Entwässerung des Grundstückes, schließlich falle bei 150 Pferden jede Menge Mist und Harn an. Wie Planerin Dehnert erläuterte, sollen Mist und der mit Hanf gebundene Urin in Containern gesammelt und alle paar Wochen abtransportiert werden.

Zahlreiche Grundstücke hatten Klepp und Dehnert bei der Standortsuche ins Auge gefasst, sie alle sind aber problembehaftet. So das Gut Burghasungen – die Erbengemeinschaft hat es erst kürzlich langfristig verpachtet, die ehemalige Mülldeponie an der Breitenbacher Straße komme wegen der Altlasten nicht in Frage, die Eigentümer der Ölmühle wollten nicht verkaufen, das Grundstück sei zudem zu klein.

Andere Flächen in Richtung Dörnberg scheiterten an den Bestimmungen des Naturschutzes. Anbieten würde sich zudem noch eine Fläche an der Konrad-Adenauer-Straße, die allerdings befindet sich in Händen von mindestens zwölf Personen. Bürgermeister Thomas Raue bot nun an, alle Eigentümer an einen Tisch holen, um mit ihnen über den Alternativstandort zu reden.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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