Kein Platz für Kinder

Elbenberger Spielplatz: Bürgerinitiative setzt sich für Erhalt ein

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Berieten gemeinsam über die Zukunft des Spielplatzes Sonneneck in Elbenberg: Bürgermeister Stefan Hable, Udo Peter, Sylvia Mützel mit Nia, Christina Förster mit Hanna. Im Vordergrund Zoe (18 Monate).

Elbenberg. Die Entscheidung über die Zukunft des Spielplatzes Sonneneck in Elbenberg wird voraussichtlich am 12. Mai während einer Ortsbeiratssitzung fallen. Bei einer Protestaktion setzte sich derweil eine Bürgerinitiative für den Erhalt ein.

Eine Rutsche, eine Wippe und eine Tischtennisplatte - das ist alles, was noch an Geräten auf dem Spielplatz Sonneneck in Elbenberg steht. „Und auf der Rutsche kann meine fast zweijährige Tochter alleine rutschen, so stumpf ist die", sagt Sylvia Mützel, Mitglied der Bürgerinitiative, während der Protestaktion.

Die Stadt Naumburg hat eine Anfrage an den Ortsbeirat gestellt, ob dieser die Umwandlung des Spielplatzes in Bauland unterstützt, so Bürgermeister Stefan Hable. Entschieden sei aber noch nichts.

„Wir werden das Thema ergebnisoffen diskutieren“, sagt auch Ortsvorsteher Uwe Förster. „Gerne würden wir mit der Initiative zusammenarbeiten und eine Lösung finden mit der alle Parteien leben können.“

Das Problem ist die Finanzierung, sagt Hable. Im Jahr 2009 wurde im Haushaltssicherungskonzept festgelegt, dass an öffentlichen Einrichtungen gespart werden muss. Man habe in der Stadtverordnetenversammlung und mit den Ortsbeiräten entschieden, dass es pro Stadtteil nur noch einen Spielplatz geben soll, zusätzlich zu denen an Kindertagesstätten.

In Elbenberg habe man sich für den Standort am Grünen Weg entschieden, da zu diesem Zeitpunkt fast gar keine Kinder in der Nähe des Spielplatzes Sonneneck wohnten. Spielgeräte wurde daher abgebaut, sobald sie die Anforderungen des TÜV nicht mehr erfüllten. Eine Finanzierung des Platzes durch die Stadt schließt Hable aus. „Es gab aber immer die Möglichkeit für Initativen, Firmen und Vereine, sich durch Spendenaktionen für den Erhalt der Spielplätze stark zu machen.“ Bisher gab es kein Interesse.

Inzwischen hat sich das geändert. Erst Ostermontag sei man auf die mögliche Schließung aufmerksam geworden, sagt Mützel. Seitdem habe man eine Unterschriftenaktion gestartet und sich um Fördermittel bei einer Initiative beworben. Inzwischen wohnten wieder mehr Familien mit Kindern im Einzugsgebiet des Spielplatzes als noch 2009. Eine Aussage, die Ortsvorsteher Förster bestätigt. „Erst einmal wollen wir Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit für das Thema schaffen“, sagt Mützel. Weitere Ideen sollen in den nächsten Wochen entwickelt werden. „Wir sind nicht gegen die Stadt, sondern wollen gemeinsam eine Lösung finden.“

Von Michaela Pflug

Infos bei Sylvia Mützel, 05625/4100 und unter www.facebook.com/Spielplatzrettung

Quelle: HNA

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