Breunaer Parlament beschließt Neuabschluss der Konzessionsverträge mit der EWF

Kein Risiko eingehen

Die Konzessionsverträge mit der Eon Mitte laufen aus: 24 Kommunen im Landkreis Kassel müssen sich nun entscheiden – Breuna gab der EWF den Zuschlag. Das Foto zeigt ein Umspannwerk in Schwalmstadt-Treysa. Archivfoto: Fischer

Breuna. Wer bekommt ab dem kommenden Jahr die Verfügungsgewalt über die Stromnetze? Werden es die Kommunen selbst sein oder erhalten Energieversorgungsunternehmen den Zuschlag? Fragen, mit denen sich 24 Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel derzeit beschäftigen müssen, denn zum 31. Dezember enden die Konzessionsverträge mit dem Energieversorger Eon Mitte nach 20 Jahren.

In Breuna beschlossen die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig den Neuabschluss der Konzessionsverträge mit der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Damit kamen die Parlamentarier auch der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses nach, dessen Mitglieder sich im Vorfeld ebenfalls einstimmig für diese Variante entschieden hatten.

„Beim Abschluss eines reinen Konzessionsvertrages mit der EWF werden wir als Kommune keine unternehmerische Tätigkeit ausüben und damit kein Risiko eingehen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Marlies Weymann-Flörke zur Begründung dieser Entscheidung. Die SPD habe sich im Vorfeld lange mit der Thematik auseinandergesetzt. Zudem seien Angebote für reine Konzessionsverträge und für eine Kooperationslösung von einer dafür beauftragten Kanzlei eingeholt und ausgewertet worden. Demnach gab die Energie Waldeck-Frankenberg als reiner Konzessionspartner das beste Angebot ab.

Die beste Lösung

Auch die CDU-Fraktion hält den Abschluss eines Konzessionsvertrages für die beste Lösung. Denn es sei schlecht einzuschätzen, welche Unwägbarkeiten auf die Gemeinde bei einer Kooperation zukommen würden, sagte Fraktionschef Friedhelm Becker. Bei einer Konzessionsabgabe sei man auf der sicheren Seite. Eine mögliche Belastung für die Finanzierung des Netzwerkes bliebe aus. Marlies Weymann-Flörke (SPD) fügte hinzu: „Wir haben dann zwar keine direkte Einflussnahme auf die Gestaltung und den Netzausbau, sind aber davon überzeugt, dass wir gerade mit der EWF einen Partner finden, der als ein überwiegend kommunal geführtes Unternehmen gut zu einer Gemeinde unserer Größenordnung passt.“

Dennoch: Mit der Eon Mitte und deren Mitarbeitern sei man während all der Jahre zufrieden gewesen, betonte die SPD-Fraktionschefin. Mit dem Wechsel zur EWF habe man jedoch einen dezentralen Energieversorger gefunden und damit eine Teilhabe an regionaler, erneuerbarer Energiegewinnung und einen Partner, „der in unserer unmittelbaren Nachbarschaft einen neuen Standort aufbaut.“

HINTERGRUND

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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