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Gemeinde Ottrau sucht Pächter für Schwimmbadkiosk

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Schwimmbad Ottrau mit Becken und Liegewiese.
Viel Platz haben die Besucher im Schwimmbad Ottrau im Becken und auf der Liegewiese. Das Bad muss für 150 000 Euro saniert werden. © Joachim Schneider

Die Badesaison hat begonnen und Ottrau hat ein Problem. Bislang konnte die Gemeinde noch keinen Pächter für den Schwimmbadkiosk finden. Wenn sich niemand findet, muss der Förderverein einspringen.

Ottrau. Strahlend blau ist das Becken im Schwimmbad von Ottrau, der bedeckte Himmel, aus dem ab und an die Sonne hervorscheint, zieht noch keine Menschenmassen ins erfrischende Nass, das seit dem ersten Juni auf Gäste wartet. Nur einige Meter weiter im Rathaus sitzt Bürgermeister Jonas Korell und fragt sich, warum sich niemand als Pächter für den Imbiss im Schwimmbad findet. „Wir haben seit Februar des Jahres alle Kanäle mit der Ausschreibung bedacht, doch das Echo ist ernüchternd“, so der Rathauschef.

Dabei sind die Anforderungen durchaus überschaubar. Die Öffnungszeiten sind täglich von 12 bis 19 Uhr von Juni bis Anfang September, Eintrittskartenverkauf kann mitübernommen werden, davon gibt es Provisionen. Falls sich niemand findet, gibt es den Förderverein, der bei der Organisation hilft, Freiwillige auszumachen, die bereit sind einzuspringen.

Bad muss saniert werden

„Natürlich haben wir bei unserem Bad einen Investitionsbedarf im sechsstelligen Bereich bei rund 150 000 Euro“, erklärt Jonas Korell. Die Filtertechnik aus den Siebzigerjahren muss ausgetauscht werden, doch ohne Förderung keine Umsetzung, denn das lässt die finanzielle Lage Ottraus nicht zu. Auch das Kinderbecken soll in diesem Zuge umgestaltet und an die neue Filteranlage angeschlossen werden. „Momentan bereiten wir uns auf die Antragstellung für die Förderung mit anschließender Konzeptentwicklung vor, die allerdings mit sich bringt, dass eine Badesaison ausfällt, denn die Arbeiten sind aufwendig und umfangreich, hinzu kommt Materialverknappung und Arbeitskräftemangel“, begründet Korell den Aufwand.

Allerdings kann das Bad auf der anderen Seite auch mit Pfunden wuchern. Sein Standortfaktor ist gerade für junge Familien ideal, denn man kann aus jedem Winkel die gesamte Fläche überblicken, die Kinder also immer im Auge haben, zusätzlich zur Badeaufsicht.

Eine schöne Liegewiese mit schattigen Bäumen, Umkleiden, neuwertige Sanitäranlagen, Tische und Stühle zum Verzehr von „Pommes-Schranke“, also alles für einen gelungenen Sommertag mit Familie im Schwimmbad und das bei einem Eintritt von 2,50 Euro.

Junge Leute mit Nachwuchs wissen die Vorteile zu schätzen, die steigenden Anmeldezahlen der Kinder in der Kita und der Grundschule sprechen für sich. Geplant sind weiter Tauchkurse, eine Physiopraxis mit Wasserangeboten, es gibt kostenfreie Schwimmkurse für Seepferdchen und darauf aufbauend allgemeine kostenpflichtige Schwimmkurse, eine Idee, die die UWG-Fraktion angeregt hatte. „Wenn Kinder der Kita oder Schule im Bad sind, muss immer eine extra ausgebildete Aufsichtsperson mit dabei sein“, erläutert Rathauschef Korell, weswegen gerade eine Kollegin den Kurs für die Wasseraktivitäten absolviert, um auch die Schwimmaufsicht zu entlasten. Wer Spaß daran hat, kann seinen DLRG-Schein auf Kosten der Gemeinde machen, denn es werden noch Freiwillige für den Job gesucht. Fest steht auf jeden Fall, dass das Schwimmbad als feste Position im Haushaltsplan eine gesicherte Zukunft hat. (Joachim Schneider)

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